Die Steiermark verzeichnet den stärksten Anstieg der Arbeitslosigkeit in Österreich während einer Zeit erheblicher wirtschaftlicher Schwierigkeiten. Neue Daten des Arbeitsmarktservice (AMS) zeigen alarmierende Zuwächse in mehreren Branchen sowie einen Rückgang der verfügbaren Stellen. Hoffnung auf eine positive Wende bringt die bevorstehende Eröffnung der Koralmbahn im Dezember, die als wichtiger Impulsgeber für Beschäftigung und regionale Vernetzung gilt. Darüber berichtet Welt Stimme.
STEIERMARK. Der Stellenabbau in großen Industriebetrieben, intensive politische Debatten über die Zukunft des Wirtschaftsstandortes und die angekündigten Übernahmen von Unimarkt-Filialen verdeutlichen die schwierige Lage auf dem steirischen Arbeitsmarkt. Laut den neuesten Zahlen des AMS Steiermark waren Ende November 37.516 Personen arbeitslos gemeldet, was einem Anstieg von 6,8 Prozent im Vergleich zum November des Vorjahres entspricht. Unter diesen sind 8.664 Männer und Frauen, die sich in Schulungsmaßnahmen befinden, womit die Gesamtzahl der Arbeitslosen in der Steiermark 46.810 erreicht.
Steiermark verzeichnet höchsten Anstieg
Im Vergleich der Bundesländer weist die Steiermark mit einem Anstieg von 6,8 Prozent die höchste Arbeitslosenrate auf. Niederösterreich folgt mit einem Plus von 6,4 Prozent und Wien verzeichnet einen Anstieg von 6,0 Prozent. Im Gegensatz dazu zeigt Kärnten lediglich einen Anstieg von 0,2 Prozent im gleichen Zeitraum.
Problematisch sind vor allem die Bereiche Reparaturen und sonstige Dienstleistungen mit einem Anstieg von etwa 20 Prozent, gefolgt von der Medien- und IT-Dienstleistungsbranche mit 18,7 Prozent. Auch in der Landwirtschaft, Forstwirtschaft, im Bergbau sowie in der Energie- und Wasserversorgung wurde ein Zuwachs von jeweils 12 Prozent registriert.
Die geschätzte Arbeitslosenquote in der Steiermark liegt laut AMS bei 6,4 Prozent, was einem Zuwachs von 0,4 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Zudem ist die Zahl der beim AMS gemeldeten offenen Stellen um 1.035 oder 9,1 Prozent auf 10.329 Stellen im Vergleich zum November 2024 gesunken.
Koralmbahn als Hoffnungsträger für den Arbeitsmarkt
Yvonne Popper Pieber, stellvertretende Geschäftsführerin des AMS Steiermark, setzt große Hoffnungen in die Eröffnung der Koralmbahn am 14. Dezember. „Gerade in solch herausfordernden Zeiten ist die Koralmbahn mehr als ein Infrastrukturprojekt – sie ist ein Impulsgeber für den Arbeitsmarkt. Wir erwarten eine stärkere Vernetzung der Regionen, neue Investitionen und zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten,“ betont Popper Pieber. Mit der offiziellen Inbetriebnahme wird eine „neue wirtschaftliche Achse“ zwischen Graz und Klagenfurt geschaffen. Die Hochgeschwindigkeitsstrecke verkürzt die Fahrzeit auf rund 45 Minuten und verbindet zwei bedeutende Wirtschaftsregionen mit zusammen 1,1 Millionen Einwohnern.
„Für Arbeitssuchende bedeutet das: Mobilität wird zum Schlüssel für neue Chancen. Gemeinsam mit dem AMS Kärnten werden wir die neue Verbindung nutzen, um arbeitssuchenden Menschen alle Angebote dieses neuen Wirtschaftsraums zugänglich zu machen. Fachkräfte überregional zu vermitteln und Unternehmen bei der Suche nach Personal zu unterstützen.“
Yvonne Popper Pieber, stellvertretende Landesgeschäftsführerin AMS Steiermark


