Wien Energie verzichtet bis zum 15. Februar auf Abschaltungen, um Menschen in Not während der kalten Wintermonate zu unterstützen. Außerdem wird der Energiegutschein mit einem Budget von 22 Millionen Euro zurückgebracht.
WIEN. Mit Temperaturen um den Gefrierpunkt werden die Heizungen wieder intensiv genutzt. Angesichts der anhaltend hohen Inflation können sich viele Haushalte die Energiekosten jedoch zunehmend schwerer leisten. Heizkosten kommen zusätzlich zu den bereits hohen Ausgaben für Miete und Lebensmittel.
Um sicherzustellen, dass Menschen während des Winters nicht ohne Energie dastehen, hat Wien Energie angekündigt, von 1. Dezember bis einschließlich 15. Februar auf Abschaltungen zu verzichten. Diese Maßnahme wurde von „ORF Wien“ und dem Energieunternehmen selbst bestätigt: „Die kältesten Monate des Jahres lassen den Energiebedarf für Strom und Wärme in den Haushalten ansteigen. Wie in den Jahren zuvor setzt Wien Energie deshalb auch heuer wieder umfangreiche Unterstützungsmaßnahmen, um Menschen in Notlagen in dieser Zeit besonders zu entlasten.“ Darüber berichtet Welt Stimme.
Keine Massenabschaltung nach dem 15. Februar
Technisch wird der Prozess, der normalerweise bei Zahlungsverzug bei Wien Energie eingeleitet wird, einfach pausiert. Dies soll gewährleisten, dass es nach dem 15. Februar keine „Massenabschaltungen“ gibt, wie ein Sprecher erläuterte. Ab dem 16. Februar läuft der Mahnablauf in gewohnter Form weiter, und es gelten die üblichen Fristen bis zur endgültigen Abschaltung.
„Durch intensive persönliche Begleitung werden für Personen, die durch Lebenskrisen in Zahlungsverzug geraten sind, individuelle Lösungen gefunden. Wien Energie-Kundinnen und -Kunden können unbürokratisch und flexibel beim Kundenservice oder online unter meine.wienenergie.at Zahlungsaufschübe, zinsfreie Ratenpläne für Nachzahlungen oder eine Anpassung von Teilbeträgen beantragen“, erklärte das Unternehmen.
Rückkehr des Energiegutscheins
Als zusätzliche Maßnahme wird auch der Energiegutschein wieder eingeführt. Hierfür stehen insgesamt 22 Millionen Euro zur Verfügung. Diese Gutscheine werden allerdings nicht direkt über Wien Energie verteilt, sondern durch Wiener Sozialeinrichtungen wie Caritas, Rotes Kreuz, Volkshilfe, Wiener Hilfswerk, FSW Obdach Wien und Licht ins Dunkel.
Die Kriterien für den Erhalt dieser Gutscheine werden von den jeweiligen Organisationen festgelegt, und Wien Energie hat auf diese keinen Einfluss. Aus Erfahrung weiß man, dass solche Gutscheine häufig in Beratungsgesprächen mit den Sozialeinrichtungen vergeben werden, wenn erkennbar ist, dass sich jemand in finanziellen Schwierigkeiten befindet. Ein budgetärer Engpass muss dabei nicht direkt durch die Energierechnungen verursacht werden; auch hohe Mietkosten oder andere regelmäßig anfallende Ausgaben können zur Berechtigung führen.


