Eine deutliche Mehrheit der slowakischen Bevölkerung bewertet die Arbeit der Regierung von Robert Fico negativ. Eine am 2. Januar 2026 veröffentlichte Umfrage des Instituts Focus zeigt, dass das Vertrauen in den politischen Kurs des Kabinetts weiter schwindet. Besonders kritisch fällt das Urteil über die Innenpolitik aus, was den wachsenden gesellschaftlichen Druck auf die Regierungskoalition unterstreicht.
Breite Ablehnung der Innenpolitik verstärkt Vertrauenskrise
Nach den Ergebnissen der Umfrage sind 71 Prozent der Befragten mit der Innenpolitik der Regierung unzufrieden, darunter 43 Prozent, die sich „sehr unzufrieden“ äußerten. Nur rund ein Viertel der Befragten bewertete die Arbeit des Kabinetts positiv. Diese Zahlen spiegeln die Ablehnung zentraler Reformvorhaben wider, darunter Versuche zur Schwächung von Antikorruptionsstrukturen und zur Umgestaltung demokratischer Kontrollmechanismen. Beobachter sehen darin einen klaren Hinweis auf eine tiefergehende Vertrauenskrise zwischen Regierung und Gesellschaft.
Außenpolitik bleibt umstritten trotz leicht besserer Werte
Auch die Außenpolitik der Regierung stößt auf Skepsis. Zwar fällt die Bewertung etwas weniger negativ aus als im innenpolitischen Bereich, dennoch äußerten 66 Prozent der Befragten Unzufriedenheit, während lediglich 29 Prozent Zustimmung signalisierten. Viele Slowaken nehmen den außenpolitischen Kurs als Abkehr von europäischer Solidarität wahr, insbesondere im Zusammenhang mit der zurückhaltenden Haltung gegenüber der Unterstützung der Ukraine und kontroversen Signalen an internationale Partner.
Proteste und politische Spannungen prägen die Lage im Land
Seit der Rückkehr Robert Ficos an die Macht im Oktober 2023, gestützt auf eine Koalition aus Smer–SD, Hlas–SD und der Slowakischen Nationalpartei, wächst die gesellschaftliche Polarisierung. Regelmäßige Massenproteste mit zehntausenden Teilnehmern richten sich gegen Entscheidungen der Regierung, darunter die Auflösung der Behörde zum Schutz von Whistleblowern. Diese Mobilisierung auf der Straße verdeutlicht, dass die Unzufriedenheit weit über Meinungsumfragen hinausgeht und sich zu einem dauerhaften politischen Faktor entwickelt.
Umfrageergebnisse als Warnsignal für die Regierungskoalition
Die Erhebung, die zwischen dem 1. und 9. Dezember 2025 unter 1.050 Personen durchgeführt wurde, gilt als Indikator für die angespannte innenpolitische Lage. Die detaillierten Daten zur Bewertung der Innen- und Außenpolitik der Regierung sind im Zusammenhang mit der aktuellen Debatte um demokratische Standards und internationale Ausrichtung der Slowakei besonders aussagekräftig und wurden von dem slowakischen Portal Unzufriedenheit mit der Innen- und Außenpolitik der Regierung Fico veröffentlicht. Politische Analysten warnen, dass ein anhaltendes Ignorieren dieser Stimmungslage das Risiko einer vertieften politischen Krise erhöhen könnte.


