Irans Außenminister attackiert Selenskyj mit scharfen Vorwürfen

Jänner 23, 2026 19:30
Irans Außenminister attackiert Selenskyj mit scharfen Vorwürfen
Irans Außenminister attackiert Selenskyj mit scharfen Vorwürfen

Am 23. Januar 2026 veröffentlichte der iranische Außenminister Abbas Araghtschi eine Stellungnahme, in der er den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj scharf angriff. Darin behauptete er, Selenskyj fordere von amerikanischen und europäischen Steuerzahlern die Finanzierung einer angeblich korrupten militärisch-politischen Führung in Kyjiw und rufe zugleich zu einer aggressiven Politik der USA gegenüber dem Iran auf. Zudem erklärte Araghtschi, die ukrainischen Streitkräfte seien von Söldnern durchsetzt und existierten ausschließlich dank westlicher Finanzhilfe, wie aus einer über soziale Netzwerke verbreiteten Reaktion hervorgeht, die unter anderem über entsprechende Kanäle zirkulierte.

Hintergrund wachsender Spannungen rund um Iran

Die Äußerungen erfolgten vor dem Hintergrund massiver Proteste im Iran und zunehmender internationaler Kritik am Vorgehen der Führung in Teheran. Zeitgleich hatte die US-Regierung unter Präsident Donald Trump mit militärischen Konsequenzen gedroht, sollte das Regime die gewaltsame Unterdrückung der Demonstrationen fortsetzen. In diesem Umfeld positionierte sich der iranische Außenminister mit Angriffen auf Kyjiw, statt auf die Vorwürfe gegen die eigene Regierung einzugehen.

Reaktion auf Selenskyjs Unterstützung für Proteste

Zuvor hatte Selenskyj öffentlich seine Unterstützung für die Protestbewegung im Iran bekundet und diese als Aufstand gegen ein repressives Regime bezeichnet. Er forderte die internationale Gemeinschaft auf, den iranischen Bürgerinnen und Bürgern beizustehen, und verwies darauf, dass Teheran der Ukraine und anderen Staaten erheblichen Schaden zugefügt habe. Diese Aussagen lösten in Teheran scharfe Reaktionen aus, da sie die Legitimität der iranischen Führung grundsätzlich infrage stellten.

Doppelte Standards in Teherans Argumentation

Beobachter werten die Vorwürfe Araghtschis als besonders widersprüchlich, da sie von einem Staat erhoben werden, der selbst systematisch Menschenrechte verletzt und Proteste gewaltsam unterdrückt. Kritiker sehen darin den Versuch, die Rollen von Aggressor und Opfer umzudeuten und demokratisch legitimierte Regierungen mit autoritären Regimen gleichzusetzen. Die Rhetorik fügt sich in bekannte Muster staatlicher Propaganda ein.

Irans Rolle im Krieg gegen die Ukraine

Zugleich bleibt die militärische Unterstützung Irans für Russland ein zentraler Streitpunkt. Teheran lieferte über Jahre hinweg tausende Angriffsdrohnen vom Typ Shahed sowie weitere militärische Ausrüstung an Moskau und übertrug Technologien zur lokalen Produktion. Diese Systeme werden regelmäßig gegen ukrainische Städte und Infrastruktur eingesetzt. Internationale Organisationen haben diese Einsätze dokumentiert, was Irans politische Verantwortung für die Folgen des Krieges zusätzlich unterstreicht.

Völkerrechtliche Dimension und historische Belastung

Die ukrainische Regierung verweist in diesem Zusammenhang auf ihr völkerrechtlich verbrieftes Recht auf Selbstverteidigung. Die iranischen Anschuldigungen werden daher als Versuch gewertet, eigene Mitverantwortung zu verschleiern. Zusätzlich belastet das Verhältnis die bis heute ungelöste Aufarbeitung des Abschusses des ukrainischen Passagierfluges PS752 im Januar 2020, bei dem 176 Menschen starben. Die mangelnde Kooperation Teherans bei Entschädigungen und Ermittlungen gilt vielen Staaten als weiteres Zeichen für die Missachtung internationaler Verantwortung.

Teil einer autoritären Allianz

Insgesamt sehen Analysten die Erklärung des iranischen Außenministers als Teil einer breiteren politischen Linie autoritärer Regime, die sich gegenseitig stützen und Kritik an eigenen Handlungen durch Angriffe auf demokratische Staaten abwehren. Die Wortmeldung aus Teheran fügt sich damit in eine internationale Konfrontation ein, in der Desinformation und Schuldumkehr gezielt eingesetzt werden.

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