Die Arbeitslosenzahl in Österreich ist im Januar 2025 um 14.000 Personen, oder 3,8 Prozent, auf insgesamt 379.800 gestiegen. Vor allem die Zahl arbeitsloser Frauen hat sich um sieben Prozent erhöht. Gleichzeitig zeigt sich eine angespannte Situation am Lehrstellenmarkt. Darüber berichtet Welt Stimme.
Nach Angaben des Arbeitsministeriums vom Montag liegt die Register-Arbeitslosenquote bei 8,8 Prozent, was einem Anstieg von 0,3 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht. Ministerin Korinna Schumann (SPÖ) kommentierte: „Der Arbeitsmarkt steht weiterhin unter dem Eindruck der schwachen Konjunktur, zeigt aber zugleich erste Anzeichen einer Stabilisierung. Entscheidend ist, dass wir Menschen gezielt qualifizieren und besonders Jugendliche beim Einstieg in den Beruf unterstützen.“
BIP-Entwicklung negativ
Im vergangenen Jahr fiel das Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 0,8 auf 0,7 Prozent zurück, was sich auch negativ auf den heimischen Arbeitsmarkt auswirkt. Für 2026 prognostizieren WIFO und das Institut für Höhere Studien (IHS) ein leichtes Wirtschaftswachstum von etwa 0,5 Prozent, was mittelfristig positive Effekte auf Beschäftigung und Arbeitsmarkt haben könnte.
Die Beschäftigungsentwicklung zeigt jedoch eine leichte positive Tendenz. Im Vergleich zum Vorjahr gab es einen Zuwachs von 8.000 Beschäftigungsverhältnissen. „Dieses Wachstum kann den Anstieg der Arbeitslosigkeit derzeit allerdings nicht vollständig ausgleichen, da das Arbeitskräfteangebot weiter steigt“, wurde erläutert.
Betrachtet man die Bundesländer, so war die Arbeitslosigkeit lediglich in Oberösterreich leicht rückläufig, mit einem Minus von 0,4 Prozent. In den übrigen Bundesländern gibt es hingegen weiterhin einen Anstieg der Arbeitslosenzahlen zu verzeichnen.
Immer mehr Frauen arbeitslos
Die Arbeitslosigkeit unter Frauen hat stärker zugenommen (plus sieben Prozent) als bei Männern (plus 1,9 Prozent). Bei österreichischen Staatsbürgerinnen und -bürgern stieg die Arbeitslosigkeit um 4,2 Prozent, während der Anstieg bei Menschen mit ausländischer Staatsbürgerschaft bei 3,3 Prozent lag. Die Jugendarbeitslosigkeit blieb stabil, verzeichnete jedoch einen leichten Anstieg von 1,6 Prozent.
Die Situation am Lehrstellenmarkt ist angespannt. Die Zahl der sofort verfügbaren Lehrstellensuchenden stieg im Vergleich zum Vorjahr um 9,2 Prozent (plus 796), während die gemeldeten offenen Lehrstellen um 1.039 zurückgingen. Damit hat sich die Lehrstellenlücke im Januar auf rund 3.500 Stellen ausgeweitet. In fast allen Bundesländern, außer in Oberösterreich, Tirol und Salzburg, übersteigt die Zahl der Lehrstellensuchenden die Anzahl der verfügbaren offenen Lehrstellen.
Auch die Zahl der Langzeitbeschäftigungslosen ist gestiegen. Ende Januar waren 101.536 Personen seit mindestens einem Jahr beim AMS vorgemerkt, was einem Anstieg von 14,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.


