IT-Warnstreiks in Österreich: Beschäftigte fordern bessere Kollektivvertragsbedingungen am Erste Campus in Wien

März 5, 2026 02:18
IT-Warnstreiks in Österreich: Beschäftigte fordern bessere Kollektivvertragsbedingungen am Erste Campus in Wien

In der heimischen IT-Branche kommt es am Mittwoch zu Warnstreiks. Nachdem auch die sechste Verhandlungsrunde für einen neuen Kollektivvertrag ohne Einigung geblieben war, legten Beschäftigte vor dem Erste Campus in Wien kurzzeitig die Arbeit nieder. Darüber berichtet Welt Stimme.

WIEN/FAVORITEN. Auch am Donnerstag legten Beschäftigte in IT-Unternehmen in ganz Österreich für mehrere Stunden die Arbeit nieder, um ihre Forderungen nach einem verbesserten Angebot der Arbeitgeber Nachdruck zu verleihen.

Am Mittwoch versammelten sich vor der Zentrale der Erste Bank Group am „Erste Campus“ in Wien Dutzende IT-Beschäftigte zu einem Warnstreik. Die Gewerkschaft GPA hatte dazu aufgerufen, nachdem die bisherigen Verhandlungen über den neuen Kollektivvertrag ohne Ergebnis geblieben waren.

Bisher keine Einigung erzielt

Insgesamt wurden bislang sechs Verhandlungsrunden zwischen der Wirtschaftskammer (WKO) und der Gewerkschaft GPA geführt – bislang ohne Einigung. Aus Sicht der Arbeitnehmervertretung blieb ein konkretes Angebot der Arbeitgeber lange aus.

Die Verhandlungsleiterin der GPA, Sandra Steiner, kommentierte: „Eine Lösung am Verhandlungstisch funktioniert nur, wenn beide Seiten daran interessiert sind.“ Sie bezeichnete die österreichweiten Warnstreiks an den beiden Tagen als „deutliches Signal“ der Beschäftigten für eine faire Anerkennung ihrer Arbeit. Sollte es auch in der nächsten Verhandlungsrunde am 10. März zu keiner Einigung kommen, warnte Steiner vor einem Imageschaden für die Branche. Zudem bedankte sich die Gewerkschaft bei Betriebsräten und Beschäftigten für die breite Beteiligung an den Protestaktionen.

90.000 Beschäftigte in IT-Branche

Die Gewerkschaft hat erklärt, dass die Arbeitgeber in fünf Verhandlungsrunden kein konkretes Angebot vorgelegt haben und erst beim sechsten Treffen ein „Minimalangebot“ präsentierten. Dieses sieht 2,5 Prozent mehr bei den Mindestgehältern sowie zwei Prozent bei den Ist-Gehältern vor.

Angesichts der festgefahrenen Situation beschlossen Betriebsratsvorsitzende der Branche, zu Warnstreiks aufzurufen. Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) erteilte der GPA dafür die Streikfreigabe. Der IT-Kollektivvertrag gilt für rund 90.000 Beschäftigte in Österreich. Die nächste Verhandlungsrunde zwischen Gewerkschaft und Arbeitgebern ist für Dienstag, den 10. März, angesetzt.

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