Proteste in Süditalien beeinträchtigen Lieferketten – Regierung sagt Hilfen zu

Oktober 23, 2026 10:16
Parked trucks with protest banners at a roadside gathering in Italy.

Die Proteste von Lkw-Fahrern, Landwirten und Fischern in Süditalien weiten sich aus und beeinträchtigen Lieferketten, Versorgung und wirtschaftliche Aktivitäten. Die italienische Regierung kündigte Hilfen für mehrere betroffene Branchen an.

Vorgesehen sind unter anderem 60 Millionen Euro für die Landwirtschaft und zehn Millionen Euro für die Fischerei. Weitere 60 Millionen Euro sollen an das Transportgewerbe fließen, um die stark gestiegenen Treibstoffpreise abzufedern.

Die anhaltenden Aktionen von Lkw-Fahrern und Landwirten hatten zuletzt zu erheblichen Störungen bei den Lieferketten geführt. In mehreren Regionen Süditaliens kam es zu Straßenblockaden und Versorgungsengpässen.

Supermarktregale blieben teilweise leer, zugleich drohten Einschränkungen im Transportwesen. Nach Angaben aus der Branche fehlen in Supermärkten in Kampanien, Apulien und Kalabrien zunehmend verderbliche Waren wie Fleisch, Obst, Frischmilch und Mineralwasser.

In zahlreichen italienischen Häfen protestierten Fischer mit Sirenen und stillliegenden Booten gegen die hohen Dieselpreise und EU-Vorgaben. Der Genossenschaftsverband Confcooperative Agroalimentare e Pesca teilte mit, diese schränkten die Fangtage ein und erhöhten die Auflagen für die Betriebe.

Nach Angaben des Innenministeriums wurden wegen der Proteste der Landwirte und Frächter bisher 1.339 Menschen kontrolliert und identifiziert. 71 Personen wurden angezeigt, 242 mit Strafen belegt.

Die Regierung betonte, die Einhaltung der Gesetze, die Bewegungsfreiheit und der Schutz wirtschaftlicher Aktivitäten hätten höchste Priorität. Die Proteste richten sich gegen hohe Diesel- und Treibstoffpreise sowie gegen EU-Vorgaben; ein Teil der Protestierenden hat auf Sizilien die Blockade inzwischen beendet, andere Gruppen setzen ihre Aktionen fort.

Auf Sizilien mussten mehrere Restaurants der Fastfood-Kette McDonald ́s schließen. Bei den Tankstellen bildeten sich lange Schlangen. In der Provinz Caserta wurden nach Medienberichten die Reifen von Lastwagen zerstochen, deren Fahrer weiterfahren wollten.

Die Bürgermeister von Neapel und Bari warnten vor einer weitgehenden Lähmung ihrer Städte und wachsenden Problemen bei der Müllentsorgung. Gaetano Manfredi und Vito Leccese forderten Verkehrsminister Matteo Salvini auf, ein für den 27. Oktober geplantes Treffen mit Vertretern der Transportbranche vorzuziehen.

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