Die Online-Handelsplattform Joybuy des chinesischen Giganten „JD.com“ startete diese Woche in mehreren europäischen Ländern, darunter Deutschland, Großbritannien, die Niederlande, Frankreich, Belgien und Luxemburg. Die Einführung wirft die Frage auf, ob bekannte Marken wie Apple und Samsung auch bald in Österreich verfügbar sein werden. Darüber berichtet Welt Stimme.
Vor einigen Monaten sicherte sich der chinesische Konzern „JD.com“ die Mehrheit an der Ceconomy AG, der Muttergesellschaft der Elektronikketten MediaMarkt und Saturn. Die letzten formellen Genehmigungen für den Abschluss der Übernahme stehen noch aus, dürften jedoch bald erteilt werden.
Mit einem Platz im Ranking der 500 umsatzstärksten Unternehmen der Welt laut dem Wirtschaftsmagazin „Fortune“ (#44) baut JD.com gleichzeitig seine Online-Plattform Joybuy aus. In den letzten Wochen wurde diese Plattform als Hauptsponsor der UEFA Champions League sichtbar, was ihre Aktivitäten im deutschsprachigen Raum unterstreicht.
60 Lagerhäuser in ganz Europa
Joybuy konnte sich mittlerweile mehr als 60 Lagerhäuser mit einer Gesamtfläche von 300.000 Quadratmetern und über 49.000 Abholfächern in Europa sichern, so ein Bericht des „Handelsblatt“.
MeinBezirk hat die Strategie von Joybuy untersucht und herausgefunden, dass die Plattform ein Sortiment aus hochwertigen internationalen und lokalen Marken in fast allen Produktkategorien anbieten will. Dazu zählen Lebensmittel, Elektronik, Haushaltsgeräte sowie Produkte aus den Bereichen Beauty, Gesundheit, Wellness, Lifestyle und Wohnen.
Ein Blick auf die deutsche Joybuy-Seite zeigt, dass Marken wie Apple, Playstation, Samsung, Sony, Ariel, Lenor und Coca-Cola angeboten werden. Zudem bietet Joybuy beim Kauf von Haushaltsgeräten kostenlose Lieferung und Montage an.
„Same-Day“-Lieferung in Großstädten
In einigen deutschen Großstädten gibt es den „Double 11“-Lieferservice. Bestellungen, die vor 11 Uhr aufgegeben werden, werden noch am selben Tag zugestellt; Käufe bis 23 Uhr erreichen den Kunden am nächsten Tag.
Das Unternehmen sieht sich selbst jedoch nicht als Marktplatz-Plattform und betreibt kein „Dropshipping“. Dies unterscheidet Joybuy von anderen asiatischen Plattformen wie Temu und lässt sich eher mit dem Geschäftsmodell von Amazon vergleichen.
Offizielle Stellungnahmen des Unternehmens bleiben aus, aber MeinBezirk erhielt die Information, dass derzeit keine Pläne bestehen, den österreichischen Markt zu betreten. Zukünftige Entwicklungen könnten jedoch diese Entscheidung beeinflussen.
Die entscheidende Frage bleibt, ob sich Joybuy in Europa durchsetzen kann. Ein Handels-experte äußerte gegenüber dem „Handelsblatt“: „Joybuy wird dafür einen langen Atem und massive Investitionen brauchen, um die Plattform in Europa erfolgreich aufzubauen.“


