Auswirkungen der Trockenheit auf den Obstbau in Österreich
KLOSTERNEUBURG. Die anhaltende Trockenheit hat negative Auswirkungen auf den heimischen Obstbau. Die Landwirtschaftskammer Österreich prognostiziert für dieses Jahr eine Ernte, die um etwa ein Drittel geringer ausfallen wird. Klimaforscher der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) warnen zudem vor einer zukünftigen Häufigkeit von Dürreperioden in Österreich.
Im Kontext dieser Entwicklungen kommen die sogenannten „Alten Sorten“ von Obst zunehmend in den Fokus. Diese könnten möglicherweise besser mit den klimatischen Herausforderungen umgehen. Martina Staples, Expertin an der Höheren Bundeslehranstalt und dem Bundesamt für Wein- und Obstbau Klosterneuburg, erklärt: „Im Intensivobstbau dominieren einige wenige Sorten. In den letzten Jahren haben jedoch alte und neue Sorten, wenn auch im kleinen Maßstab, zunehmend an Bedeutung gewonnen.“
Staples weist darauf hin, dass neue Sorten zunächst kleinflächig angebaut werden, um deren Eigenschaften und Kundenakzeptanz zu erproben. Sie hebt hervor: „Tests an der HBLA und BA für Wein- und Obstbau Klosterneuburg zeigen, dass alte Sorten in neuen Anbausystemen wirtschaftlich angebaut werden können.“
Die Vorzüge und Nachteile alter Sorten thematisiert Staples ebenfalls: „Alte Sorten zeichnen sich oft durch spezielles Aroma oder besondere Farben aus und sind teilweise auch für Allergiker verträglich. Allerdings sind sie im Vergleich zu modernen Sorten häufig kleiner oder neigen zu Ertragsschwankungen.“ Dennoch könne man die Fruchtgröße bis zu einem gewissen Grad beeinflussen. Sie fügt hinzu: „Das genetische Potenzial alter Sorten wird zunehmend bewertet, um neue resistente Sorten zu züchten.“
Die Obstgenbank Klosterneuburg bewahrt viele alte Obstsorten. Der älteste erhaltene Baum wurde um 1890 gepflanzt und dient dazu, das genetische Erbe für zukünftige Generationen zu erhalten und weiter zu nutzen.
Einordnung
Die aktuelle Ernteschätzung verdeutlicht den Einfluss der klimatischen Bedingungen auf die Landwirtschaft in Österreich. Die verstärkte Aufmerksamkeit auf alte Obstsorten zeigt, wie Landwirte auf die Herausforderungen der Dürre reagieren und welche Potentiale in der Diversifizierung des Obstbaus liegen.


