Mit einem Investitionsvolumen von 19 Millionen Euro und insgesamt 143 neu vergebenen Krediten war auch das Jahr 2024 für den Landeskulturfonds Tirol (LKF) ein erfolgreiches. Eine Pressekonferenz fand am 21. August am Sillerhof der Familie Kiechl in Rinn statt. Darüber berichtet Welt Stimme.
RINN/TIROL. Der Bio-Milchviehbetrieb Sillerhof, geführt von André und Franziska Kiechl, zeigt die Innovationskraft und Zukunftsorientierung der Tiroler Landwirtschaft, besonders in Zeiten großer Herausforderungen für bäuerliche Betriebe.
„Die Tiroler Bäuerinnen und Bauern stehen heute vor großen Herausforderungen. Nur mit Innovationskraft, unternehmerischem Denken und verlässlicher Finanzierung können unsere bäuerlichen Strukturen erhalten bleiben. Der Sillerhof beweist, wie es mit vielen Standbeinen und großer Familienleistung gelingen kann, einen modernen Landwirtschaftsbetrieb erfolgreich zu führen“,
behauptete LHStv Josef Geisler, Vorsitzender des Kuratoriums des Landeskulturfonds.
Betrieb mit vielen Standbeinen: Sillerhof in Rinn
Seit der Hofübergabe im Jahr 2020 wird der Sillerhof als Biobauernhof mit Schwerpunkt auf Grünlandbewirtschaftung und Milchproduktion betrieben. Rund dreißig Milchkühe werden das ganze Jahr über gehalten, während das Jungvieh in den Sommermonaten auf der Alm ist. Die lange Tradition der Milchverarbeitung am Hof reicht über drei Jahrzehnte zurück, wobei verschiedene Milchprodukte direkt am Hof hergestellt und im hofeigenen Laden verkauft werden. Zusätzlich werden regionale Produkte von umliegenden Höfen angeboten, wie Erdäpfel, Gemüse, Honig, Brot, Eier und Fleischspezialitäten. Die Fortführung dieser Beständigkeit war für die Kiechls entscheidend, auch wenn zusätzliche Investitionen erforderlich waren.
Umbau des Anbindestalls
Der Umbau des alten Anbindestalls zu einem modernen Laufstall mit Kompostliegeflächen erfolgte mit einem klaren Fokus auf ressourcenschonenden Bau. Rund 300 Festmeter Holz wurden selbst geschlägert, und viele Arbeiten wurden in Eigenregie durchgeführt. Die Investitionskosten belaufen sich auf etwa 900.000 Euro. Dieses Projekt wurde durch die Kombination mehrerer Einkommensquellen der Familie ermöglicht: André Kiechl betreibt zusätzlich ein Holzschlägerungsunternehmen, während Franziska halbtags als Physiotherapeutin arbeitet.
Diversität und Engagement
LHStv Geisler würdigte das familiäre Engagement am Sillerhof:
„Gerade Betriebe wie der Sillerhof sind ein Spiegelbild der Tiroler Landwirtschaft. Viele bäuerliche Familien können ihren Hof nur durch eine Kombination aus Direktvermarktung, außerlandwirtschaftlichem Einkommen und familiärer Unterstützung erfolgreich führen. Der Sillerhof vereint all diese Aspekte auf beispielhafte Weise.“
Finanzierung durch den Landeskulturfonds
Der Geschäftsführer des Landeskulturfonds, Thomas Danzl, präsentierte die aktuellen Zahlen des Fonds. Im Jahr 2024 wurden insgesamt 143 Kredite in Höhe von über 19 Millionen Euro vergeben, wobei das aushaftende Kreditvolumen 122 Millionen Euro beträgt. Der Fond bleibt somit ein verlässlicher Finanzpartner für die Tiroler Landwirtschaft. Aktuell sind rund 2.100 Kredite ausgegeben, mit einer durchschnittlichen Kreditgröße von etwa 161.000 Euro.
Positive Entwicklungen im Tierschutz
Erfreuliche Entwicklungen im Bereich der tierfreundlichen Haltungsformen sind weiterhin zu beobachten. Danzl berichtete:
„Die Umstellung auf besonders tiergerechte Haltung setzt sich erfreulicherweise fort. Nahezu alle neu gebauten Rinderställe bieten den Tieren Auslauf und entsprechen den höchsten Standards.“
Von den im vergangenen Jahr geförderten 55 Rinderstallprojekten wurden 53 als Laufställe realisiert. Auch bei anderen Stallbauten, etwa für Schweine oder Schafe, ist ein klarer Trend zur artgerechten Haltung erkennbar. Weitere Investitionen wurden in betriebsnotwendige Bauprojekte wie Futterberghallen und Güllegruben getätigt.
Regionalität als Grundprinzip
André und Franziska Kiechl betonen ihre Hingabe für heimische Lebensmittel und regionalen Einkauf:
„Wenn unsere Landschaft für uns Tirolerinnen und Tiroler, aber auch für den Tourismus weiterhin so attraktiv bleiben soll, dann müssen unsere regional erzeugten Lebensmittel auch konsumiert werden. Wir sind deshalb allen Konsumentinnen und Konsumenten in unserem Hofladen sehr dankbar für Ihre Verbundenheit zur heimischen Landwirtschaft.“
Die Förderung regionaler Produkte ist somit nicht nur ein wirtschaftlicher Aspekt, sondern auch ein Beitrag zum Erhalt der Tiroler Kulturlandschaft.


