Die ungarische Stiftung Közös ügyünk az állatvédelem Alapítvány hat einen Auftrag über 116 Tonnen Tierfutter unter Ausschreibungsbedingungen vergeben, die nach Medienberichten nur ein bestimmtes Produkt erfüllte. Den Zuschlag erhielt Alpha-Vet für Tierfutter der Marke Happy Dog. Die Stiftung wurde während der Regierungszeit der Fidesz-Partei mit Milliardenbeträgen aus staatlichen Mitteln finanziert.
Der Vorgang wurde am 30. August 2026 öffentlich bekannt. Im Mittelpunkt stehen technische Anforderungen, die in der Ausschreibung bis zu einzelnen Bestandteilen des Futters festgelegt worden sein sollen. Dazu gehörte dem Bericht zufolge auch der Mindestanteil von Cranberrys und getrockneten Tomaten. Diese Vorgaben habe ausschließlich das Produkt der Marke Happy Dog erfüllt.
Happy Dog wird von Alpha-Vet geliefert. Das Unternehmen gewann die Ausschreibung. Ein zweiter Teilnehmer legte nach den vorliegenden Angaben ebenfalls ein Angebot für dasselbe Futter vor. Dieses Angebot wurde jedoch für ungültig erklärt. Damit blieb für die Auswahl des Gewinners faktisch nur eine gültige Bewerbung übrig.
Vorwurf einer nicht wettbewerblichen Ausschreibung
Der ehemalige Abgeordnete Ákos Hadházy sieht in dem Verfahren mögliche Hinweise auf einen Betrug im Bereich der öffentlichen Beschaffung. Er verwies insbesondere darauf, dass die technischen Bedingungen der Ausschreibung so eng gefasst gewesen seien, dass nur das Produkt eines konkreten Anbieters die Anforderungen erfüllen konnte.
Die vorliegenden Angaben belegen damit zunächst den Ablauf der Ausschreibung und die Ungültigerklärung des zweiten Angebots. Ob die Vorgaben bewusst auf ein bestimmtes Produkt zugeschnitten wurden und ob dabei gegen Beschaffungsregeln verstoßen wurde, ist in den Angaben als Verdacht und nicht als abschließend festgestellte Tatsache beschrieben.
Der Fall betrifft eine Stiftung, die den Schutz von Tieren zum Gegenstand hat und in der Zeit der Fidesz-Regierung umfangreiche staatliche Finanzierung erhalten haben soll. Nach den vorliegenden Informationen steht die dem Umfeld der Fidesz nahestehende Firma Happy Dog beziehungsweise deren Lieferant Alpha-Vet deshalb im Zentrum der öffentlichen Debatte über den Auftrag.
Minister ordnete Prüfung der Stiftung an
Zusätzliche Fragen richten sich an den für die lebendige Umwelt zuständigen Minister László Gajdos. Er ordnete eine Prüfung der Stiftung an. Nach Darstellung Hadházys besteht dabei ein möglicher Interessenkonflikt, weil Gajdos selbst Mitglied des Kuratoriums der Stiftung gewesen war.
Hadházy kritisierte, dass der Minister nun eine Struktur überprüfen lasse, deren Leitungsgremium er zuvor selbst angehört hatte. Er stellte damit die Frage, in welchem Umfang Gajdos über die Beschaffungsverfahren der Stiftung informiert gewesen sein konnte. Ebenso offen ist nach dieser Darstellung, ob ihm mögliche Unregelmäßigkeiten bei den damaligen Abläufen bekannt waren.
Der Minister ordnete die Prüfung nach den vorliegenden Informationen kurzfristig an. Eine abschließende Bewertung des Beschaffungsvorgangs oder eine rechtliche Feststellung eines Fehlverhaltens enthält der Bericht nicht. Die von Hadházy erhobenen Vorwürfe beziehen sich sowohl auf die Gestaltung der Ausschreibung als auch auf die institutionelle Rolle des Ministers.
Der ungarische Bericht über den Vorgang und die angekündigte Prüfung der Stiftung ist in der Berichterstattung zur Tierfutter-Beschaffung und zum Audit dokumentiert. Im Zentrum bleiben die ungewöhnlich detaillierten Produktanforderungen, die Entscheidung über das zweite Angebot und die frühere Verbindung des Ministers zur Stiftung.
Weitere Angaben zu möglichen rechtlichen Konsequenzen oder zu einer formellen Untersuchung der Ausschreibung liegen in dem vorliegenden Material nicht vor.


