Russland greift Kiew und Odessa mit massiver Raketen-Drohnen-Attacke an

September 8, 2026 14:45
Russland greift Kiew und Odessa mit massiver Raketen-Drohnen-Attacke an
Russland greift Kiew und Odessa mit massiver Raketen-Drohnen-Attacke an

Russland hat in der Nacht auf den 8. September 2026 die Ukraine mit einer kombinierten Raketen- und Drohnenattacke angegriffen. Der Schwerpunkt lag auf Kiew, der Region Kiew und dem Raum Odessa. In Kiew kamen nach vorläufigen Angaben zwei Menschen ums Leben, sieben weitere wurden verletzt. In der Region Kiew wurde ein Todesopfer gemeldet, 15 Menschen wurden verletzt, darunter vier Kinder. Auch zivile, industrielle und logistische Einrichtungen wurden beschädigt.

Nach Angaben von Monitoring-Ressourcen wurden gegen Kiew und die umliegende Region 20 ballistische Raketen, sechs Raketen des Typs Zircon, 32 Marschflugkörper des Typs Ch-101 sowie 166 reaktive Drohnen und Drohnen-Raketen eingesetzt. Genannt wurden dabei die Typen Geran-4, Geran-5 und Geran-2. Gegen die Region Odessa setzte Russland nach diesen Angaben zwei Oniks-Raketen sowie Kampfdrohnen ein.

Schäden in Kiew

In der ukrainischen Hauptstadt wurden die Folgen des Angriffs in vier Bezirken registriert. Im Bezirk Holossijiwskyi fielen Trümmer auf ein Wohngebäude. Menschen waren dort in Wohnungen eingeschlossen. Beschädigt wurde außerdem ein noch nicht fertiggestelltes 26-stöckiges Gebäude. Ein Brand in einer Garage griff auf ein benachbartes Gebäude und ein Geschäftszentrum über.

Im Bezirk Solomjanskyj wurde ein fünfstöckiges Wohnhaus beschädigt. Rettungskräfte bargen daraus zehn Menschen. Im Bezirk Darnyzkyj brannte eine Garage auf dem Grundstück eines Privathauses. Im Bezirk Podilskyj geriet ein Lagergebäude in Brand; auch Fahrzeuge und Garagenboxen waren betroffen. Für Kiew wurden bis 8.30 Uhr zwei Tote und sieben Verletzte gemeldet.

Die Angriffe auf die Region Kiew hatten bereits am Abend des 7. September begonnen. Russische Drohnen trafen die Bezirke Boryspil und Fastiw. Im Bezirk Boryspil brachen auf dem Gelände von Industrieunternehmen Brände aus. Bei einem der betroffenen Betriebe wurden sieben Lastwagen zerstört.

Betroffene Gebäude in der Region

In der Nacht auf den 8. September wurden Schäden in fünf weiteren Bezirken der Region Kiew gemeldet. Im Bezirk Browary wurden drei Privathäuser und ein Fahrzeug beschädigt. Im Bezirk Boryspil waren ein Lager und ein Unternehmen betroffen. Im Bezirk Fastiw wurden drei Privathäuser beschädigt, im Bezirk Obuchiw ein weiteres. Im Bezirk Bila Zerkwa wurden Produktions- und Lagerräume, zwei Mehrfamilienhäuser sowie ein Privathaus getroffen.

Im Bezirk Fastiw retteten Einsatzkräfte acht Menschen aus den Trümmern eines Gebäudes. Insgesamt wurden in der Region Kiew ein Todesopfer und 15 Verletzte gemeldet. Die Zahl der Verletzten umfasste vier Kinder. Die Angaben zu den Opfern und Schäden bezogen sich auf den Stand der ersten Einsatzmeldungen.

Brände und Schäden bei Odessa

In Odessa beschädigten zwei Oniks-Raketen und Kampfdrohnen zivile Infrastruktur. Betroffen war unter anderem das Gelände eines Unternehmens. Nach vorläufigen Angaben gab es dort keine Verletzten.

Zu den am stärksten beschädigten zivilen Objekten zählte der Großmarkt „7. Kilometer“ nahe Odessa. Auf dem Gelände des größten Groß- und Einzelhandelsmarktes der Ukraine brach ein großflächiger Brand aus. Handels- und Verkaufspavillons standen in Flammen, außerdem fiel die Stromversorgung des Marktes aus.

Nach Angaben aus der ukrainischen Lagebewertung richteten sich die russischen Angriffe damit erneut gegen Wohngebäude sowie gegen industrielle und logistische Einrichtungen in der Region Kiew. In Odessa waren zivile Infrastruktur und ein bedeutender Handelsstandort betroffen. Die Schäden wurden von den Einsatzkräften und den zuständigen Behörden weiter aufgenommen.

Angriff nach Gesprächen über den Friedensprozess

Die Attacke erfolgte kurz nach dem Besuch der US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner in Kiew. Zuvor hatten beide in Moskau Gespräche mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über eine Wiederaufnahme des Friedensprozesses geführt.

Der Kreml erklärte nach dem Treffen, eine Rückkehr zu trilateralen Gesprächen zwischen den USA, Russland und der Ukraine werde „nicht ausgeschlossen“. Einen Zeitplan oder einen Ort für solche Gespräche nannte Moskau nicht. Ebenso wurde keine Bereitschaft zu konkreten Zugeständnissen bekanntgegeben. Putin sprach gegenüber den US-Vertretern erneut von Erfolgen russischer Truppen und von der Notwendigkeit, die von Moskau so bezeichneten „Ursachen des Konflikts“ zu beseitigen.

Die russischen Angriffe auf Kiew und die Region hatten bereits zuvor an mehreren Tagen hintereinander stattgefunden. Dabei kamen Drohnen und reaktive Drohnen gemeinsam mit ballistischen und Marschflugkörpern zum Einsatz. Der Angriff vom 8. September gehörte nach den vorliegenden Angaben zu den intensivsten kombinierten Attacken auf die Hauptstadt in der jüngeren Zeit.

Für die ukrainische Luftverteidigung bleibt damit die Abwehr ballistischer Ziele ein zentraler Bedarf. In der ukrainischen Bewertung wird auf die Notwendigkeit zusätzlicher Patriot-Systeme und anderer Systeme zur Abwehr ballistischer Raketen sowie auf eine kontinuierliche Versorgung mit Munition hingewiesen.

Parallel dazu wird eine strengere Kontrolle von Lieferungen nach Russland gefordert. Genannt werden Mikroelektronik, Navigationsausrüstung, optische Komponenten, Werkzeugmaschinen, Motoren und weitere Güter mit doppeltem Verwendungszweck. Auch Unternehmen und Finanzstrukturen, die solche Lieferungen ermöglichen, sollen mit Sanktionen belegt werden.

In der ukrainischen Forderung nach westlicher Unterstützung werden außerdem weitreichende Waffen und die Aufhebung von Beschränkungen für deren Einsatz gegen militärische Ziele auf russischem Gebiet genannt. Damit sollen Produktions- und Lagerstätten für Raketen und Drohnen, Flugplätze der strategischen Luftwaffe, Abschussstellungen und weitere unmittelbar an der Vorbereitung russischer Angriffe beteiligte Einrichtungen getroffen werden können. Die Folgen des Angriffs vom 8. September wurden in den betroffenen Regionen weiter dokumentiert.

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