Diakonie fordert Ausbau der Tageszentren für Demenzerkrankte
Die Diakonie hat anlässlich des Weltalzheimertags am Montag in Wien die unzureichende Versorgung durch Tageszentren für Demenzerkrankte thematisiert. Diakonie-Präsidentin Maria Katharina Moser erklärte, solche Einrichtungen seien entscheidend, um die verbreitete Auffassung zu widerlegen, dass man gegen Demenz nichts tun könne.
Moser betonte die positive Wirkung der Tageszentren auf die Lebensqualität der Betroffenen. Dennoch kritisierte sie das mangelhafte Angebot sowie die stark variierenden Kosten zwischen 25 und 80 Euro pro Tag. Viele Einrichtungen seien nicht für Demenzerkrankte zugänglich. „Der Zugang zu Tageszentren sollte nicht von der finanziellen Situation oder dem Wohnort abhängen“, so Moser.
Die Tochter einer Demenzpatientin, die regelmäßig das Tageszentrum in Wels besucht, bestätigte die positiven Effekte: Ihre Mutter profitiere nicht nur von der Betreuung, sondern habe auch gelernt, aktiv Hilfe anzunehmen und dadurch ihre Selbstständigkeit verbessert. Diese Erfahrungen werden durch eine Studie der FH Oberösterreich untermauert, die die positiven Auswirkungen sozialer Teilhabe auf den Krankheitsverlauf nachweist.
Die Diakonie weist darauf hin, dass etwa 10.000 Menschen in Österreich Tagesbetreuung nutzen, jedoch unklar ist, wie viele davon tatsächlich an Demenz leiden. Moser forderte mehr Transparenz über den tatsächlichen Bedarf, der vermutlich viermal höher ist als das bestehende Angebot.
Ein weiterer Kritikpunkt ist die unterschiedliche Finanzierung der Einrichtungen aufgrund des österreichischen Föderalismus, der sowohl zwischen den Bundesländern als auch auf Gemeindeebene variiert. Moser warnte, dass die geplanten Ausbaumaßnahmen im Tagesbetreuungssektor durch Sparmaßnahmen gefährdet sind.
Einordnung
Die Forderung nach einem erweiterten Angebot an Tageszentren könnte die Lebensqualität vieler Demenzkranker erheblich verbessern. Angesichts einer stark steigenden Anzahl von Demenzerkrankten besteht Handlungsbedarf, um eine adäquate Betreuung sicherzustellen und Angehörige zu entlasten.


