Israels Armee, Geheimdienst, Grenzpolizei und Zivilverwaltung haben nach einem Schusswaffenangriff bei Hebron einen Anti-Terror-Einsatz im Westjordanland begonnen. Bei dem Angriff am Morgen wurden nach Angaben des israelischen Militärs zwei Soldaten getötet und drei weitere verletzt.
Die Operation sei auf das Gebiet beschränkt, aus dem die Angreifer gekommen sein sollen, und werde voraussichtlich mehrere Tage dauern, hieß es. Die zwei mutmaßlich palästinensischen Angreifer aus Hebron wurden getötet.
Ministerpräsident Benjamin Netanyahu sagte, die Sicherheitskräfte hätten einen „schweren Anschlag“ verhindert. Zugleich stellte er eine Abriegelung des Palästinensergebiets in Aussicht; damit wären alle Übergänge in das Gebiet geschlossen.
Das Militär kündigte am Abend weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheitslage in der Region an. Dazu zähle auch der Abriss illegaler Bauten, die am Ort des Geschehens eine Sicherheitsgefahr darstellen könnten.
Nach Militärangaben wurden zudem in dutzenden Orten im Westjordanland weitere Anti-Terror-Operationen durchgeführt. Für Bewohnerinnen und Bewohner des betroffenen Gebiets war nach einer Befragung die Ausreise über drei ausgewiesene Ausgänge möglich; außerdem wurden die Räume Hebron und Halhul abgeriegelt und Straßensperren errichtet.
Israel kontrolliert das Westjordanland seit dem Sechstagekrieg 1967. Dort leben nach den im Bericht genannten Zahlen rund 700.000 israelische Siedler unter etwa drei Millionen Palästinensern.
Die Lage in dem besetzten Gebiet hat sich seit dem Hamas-Angriff in Israel am 7. Oktober 2023 und dem folgenden Gaza-Krieg verschärft. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden seither im Westjordanland mehr als 1.100 Palästinenser getötet.


