In Hamburg hat der Prozess um die Anschläge auf die Nord-Stream-Pipelines begonnen. Die deutsche Bundesanwaltschaft wirft dem Angeklagten Serhij K. vor, an den Explosionen im Jahr 2022 beteiligt gewesen zu sein.
Zum Auftakt der Verhandlung beschuldigte die Anklage ihn, Sprengstoffexplosionen herbeigeführt, Bauwerke zerstört und öffentliche Betriebe gestört zu haben. Nach Darstellung der Bundesanwaltschaft soll er die Taten als Offizier der ukrainischen Armee und mit Kenntnis ukrainischer Staatsbehörden begangen haben; deshalb wertet sie den Fall als Kriegsverbrechen.
Laut Anklage habe Serhij K. die Zerstörung der Gasleitungen gemeinsam mit weiteren Militärangehörigen und im Auftrag ukrainischer Staatsorgane geplant. Ziel sei gewesen, Russland daran zu hindern, Einnahmen aus dem Gasgeschäft zur Finanzierung seines Angriffskriegs gegen die Ukraine zu verwenden. Eine Verurteilung liegt bislang nicht vor.
Die Anschläge auf die Nord-Stream-Leitungen ereigneten sich im September 2022, wenige Monate nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Beide Trassen Nord Stream 1 und Nord Stream 2 wurden am 26. September 2022 durch Sprengsätze in der Ostsee vor der dänischen Insel Bornholm beschädigt.
Nach Angaben aus dem Verfahren hatten sich mehr als 100 Journalistinnen und Journalisten für den Prozess angemeldet, darunter Medien aus Russland, der Ukraine, den USA, China und mehreren europäischen Ländern. Vor dem Gerichtsgebäude demonstrierten rund 20 Ukrainerinnen und Ukrainer. Ein Sprecher sagte dabei: „Die Ukraine hat das Recht sich zu verteidigen, um zu überleben.“
Bei den Explosionen wurden vier Lecks an drei der vier Leitungen festgestellt.


