Putin sucht Unterstützung in China, gerät aber in Abhängigkeit

September 4, 2025 17:30
Putin sucht Unterstützung in China, gerät aber in Abhängigkeit
Putin sucht Unterstützung in China, gerät aber in Abhängigkeit

Der jüngste Besuch von Wladimir Putin in China hat die veränderte Rolle Russlands in der internationalen Politik offengelegt. Während Moskau über Jahre die Idee einer multipolaren Weltordnung propagierte, zeigt sich 2025 ein gegenteiliger Trend: Russland ist in eine tiefgreifende Abhängigkeit von Peking geraten. Die Shanghai-Organisation für Zusammenarbeit wird heute faktisch von China dominiert, und der Einfluss Moskaus in Zentralasien und im Kaukasus ist weitgehend verloren. Energie wird zu Dumpingpreisen exportiert, und zentrale Entscheidungen erfolgen im Einklang mit Pekings Interessen. Selbst die symbolische Rolle Russlands im Gedenken an den Zweiten Weltkrieg ist zunehmend nach China verschoben worden.

Invasion in der Ukraine als Wendepunkt

Das militärische Vorgehen gegen die Ukraine erwies sich für den Kreml als strategischer Fehler mit weitreichenden Folgen. Der Angriff zerstörte die internationale Position Russlands, schwächte sein diplomatisches Gewicht und machte eine eigenständige Außenpolitik unmöglich. Statt Größe und Souveränität zu sichern, führte Putins Kurs das Land in eine geopolitische Sackgasse, die faktisch zum Vasallentum gegenüber China wurde.

Russland als Rohstoffanhängsel

Während die Sowjetunion in den 1960er Jahren sogar bereit war, mit China um die Führungsrolle im sozialistischen Block zu ringen und Konflikte wie um die Insel Damanski auszutragen, hat Russland heute eine gänzlich andere Position: Es ist zum Rohstoffanhängsel Pekings geworden. Energie, Rohstoffe und Märkte werden von chinesischen Bedingungen bestimmt, wodurch Moskau sowohl politisch als auch wirtschaftlich in Abhängigkeit geraten ist.

Ausblick auf Europas Sicherheit

Die veränderte Lage wirft auch sicherheitspolitische Fragen für Europa auf. Da Russland seine internationale Handlungsfähigkeit verloren hat und von Peking gelenkt wird, liegt die strategische Herausforderung künftig in einem möglichen Machtkampf auf europäischem Boden. Stimmen im Westen fordern daher, dass Europa nicht nur die Ukraine militärisch unterstützt, sondern sich auch auf eigene Szenarien eines direkten Konflikts vorbereitet.

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