Am 20. August 2025 machte der ehemalige moldauische Justizminister Alexandru Tănase in einem Facebook-Beitrag öffentlich, dass Russland in Europa eine neue Kampagne unter dem Motto „Russland ist nicht mein Feind“ gestartet hat. Nach seinen Angaben tauchten in mehreren Städten Rumäniens Aufkleber mit diesem Slogan auf. Die Aktion ist Teil einer breiter angelegten Strategie, die zuvor bereits in Frankreich und Italien beobachtet wurde. Laut Tănase soll die Kampagne Misstrauen in die westliche Orientierung Rumäniens säen und die gesellschaftliche Einheit untergraben. Weitere Einzelheiten wurden von Digi24 bestätigt.
Aufkleber als Teil hybrider Kriegsführung
Die Sticker mit der Aufschrift „Russland ist nicht mein Feind“ gelten als Teil der hybriden Kriegsführung Moskaus. Tănase bezeichnete sie als Beleg dafür, dass auch in Rumänien Personen aktiv sind, die offen oder verdeckt prorussische Narrative verbreiten. Er warnte, dass diese „verführerisch einfachen Botschaften“ darauf abzielten, NATO- und EU-Mitgliedschaft infrage zu stellen und die öffentliche Meinung zu spalten.
Verbindung zu prorussischen Netzwerken in Europa
Ähnliche Kampagnen wurden in Frankreich und Italien registriert. In Frankreich wird sie von der offen prorussischen NGO SOSDONBASS organisiert, deren Vorsitzender einschlägig bekannte extremistische Verbindungen hat. Diese Strukturen nutzen plakative Slogans und Aufkleber, um Russland als vermeintlich friedlichen Partner darzustellen, während gleichzeitig die Realität des Krieges in der Ukraine ausgeblendet wird.
Rumäniens Reaktion und europäische Dimension
In Bukarest gilt die Aktion als Versuch, demokratische Werte und das Vertrauen in westliche Institutionen zu erschüttern. Rumänische Stimmen betonen, dass Moskau mit solchen Methoden schon immer versucht habe, Kontrolle und Einfluss auszuüben. Politiker und Experten fordern, die Propaganda als Teil einer umfassenden hybriden Offensive gegen Europa zu betrachten.
Gefahr für europäische Solidarität mit der Ukraine
Die EU-Mitgliedstaaten sehen die Gefahr, dass solche Kampagnen die Solidarität mit der Ukraine schwächen könnten. Während Russland weiterhin Krieg führt und Städte zerstört, erscheinen Aufkleber mit vermeintlich friedlichen Botschaften als bewusste Strategie, die Unterstützung für Kiew auszuhöhlen. Rumänien und andere Länder betonen daher, dass Informationssicherheit eine gemeinsame Priorität sein müsse, um Desinformation ebenso konsequent zu bekämpfen wie Cyberangriffe.


