Der WWF sieht bei der Planung von Stadtbegrünung in größeren österreichischen Städten und Gemeinden deutliche Lücken. Nach einem neuen Städtecheck erfüllt nur Klagenfurt unter den 14 teilnehmenden Kommunen alle untersuchten zentralen Kriterien.
Geprüft wurden laut WWF jene Städte und Gemeinden, für die die EU-Biodiversitätsstrategie eigene Stadtbegrünungspläne vorsieht: Kommunen mit mehr als 20.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Von den 28 angeschriebenen Städten und Gemeinden übermittelten 14 Planungsunterlagen.
Auch in Klagenfurt fehlen dem Bericht zufolge teilweise konkrete Zielwerte, Maßnahmen und Kostenschätzungen. Der WWF kommt damit zwar zu dem Schluss, dass die Kärntner Landeshauptstadt als einzige alle untersuchten Bereiche berücksichtigt, sieht aber auch dort noch Lücken in der Konkretisierung.
Zu den Städten und Gemeinden ohne übergreifenden Plan nach den untersuchten EU-Kriterien zählen laut WWF Bregenz, Feldkirch, Graz, Innsbruck, Lustenau, Mödling, St. Pölten und Wien. Graz und Innsbruck haben demnach Begrünungsziele zwar in bestehenden Unterlagen verankert, verfügen aber ebenfalls über keinen Gesamtplan.
Der WWF hält fest, dass mehrere Kommunen zwar Klimastrategien, Grünraumkonzepte oder einzelne Bauvorgaben haben. Oft fehle jedoch eine nachvollziehbare Verbindung zwischen Zielen, Umsetzung, Finanzierung und Erfolgskontrolle.
Für Wien bleibt laut Bericht offen, welche Maßnahmen wo, bis wann und mit welchem Budget umgesetzt werden. Dornbirn, Linz, Salzburg, Steyr und Villach bereiten dem WWF zufolge entsprechende Pläne vor.
WWF-Expertin Maria Peer sagte:
„Die Städte müssen ihre Begrünungsziele deutlich konsequenter in eine langfristige Planung übersetzen. Bund und Länder müssen dafür ausreichend Geld, Personal und fachliche Unterstützung bereitstellen“
Als wichtigste Hindernisse nannten die Kommunen dem WWF zufolge fehlendes Personal, zu wenig Geld und mangelnde politische Aufträge. Die übrigen 14 angeschriebenen Städte, darunter Wiener Neustadt, Wels und Hallein, nahmen nicht teil. Aus der Nicht-Teilnahme lasse sich allerdings nicht automatisch schließen, dass dort keine Begrünungsplanung bestehe.
In den untersuchten Kommunen leben insgesamt rund 3,2 Millionen Menschen.


