Erste problematische Fälle des Kopftuchverbots an Schulen in Wien festgestellt

September 11, 2026 13:23
Erste problematische Fälle des Kopftuchverbots an Schulen in Wien festgestellt

Erste Bilanz zum Kopftuchverbot in Schulen

Das neu eingeführte Kopftuchverbot für Mädchen bis 14 Jahre hat in der ersten Unterrichtswoche in den meisten Schulen des Ostens Österreichs keine größeren Probleme verursacht. Dies wurde von der Gewerkschaft gegenüber der APA berichtet.

Im Burgenland und in Niederösterreich blieb die Situation überwiegend ruhig. In Wien hingegen wurden aus den Pflichtschulen bereits erste Härtefälle gemeldet. Der Vizevorsitzende des Zentralausschusses der Wiener Landeslehrer, Thomas Krebs, erklärte, dass bei einer Blitzumfrage an den 550 Volks-, Mittel- und Sonderschulen teilweise individuelle Probleme festgestellt wurden, besonders häufig in der Sekundarstufe.

Am Dienstag und Mittwoch wurden viele Mädchen mit ihren Eltern zum Gespräch in die Direktion zitiert, da sie das Kopftuch auf Aufforderung nicht ablegen wollten. Etwa die Hälfte dieser Fälle konnte geklärt werden, meist aufgrund von Unkenntnis der Eltern. In Fällen, in denen keine Einigung erzielt wurde, wurde das Verfahren an die Bildungsdirektion weitergeleitet. Bei weiteren Verstößen könnten den Eltern Verwaltungsstrafen von bis zu 800 Euro drohen.

An den Wiener Gymnasien gab es bisher keine großflächigen Verstöße gegen das Kopftuchverbot. Bisherige Aufklärungsmaßnahmen scheinen wirksam zu sein. Jedoch wurde von Irini Tzaferis aus der AHS-Bundesvertretung betont, dass das Hauptproblem nicht das Kopftuch sei, sondern dass auch Burschen aus extremistischen oder frauenfeindlichen Milieus in den Schulen aktiv sind.

In der Gleichbehandlungsanwaltschaft haben die Anfragen bezüglich rassistischer Diskriminierung an Schulen zuletzt zugenommen. Berichten zufolge wurde das Kopftuchverbot teilweise „überschießend“ umgesetzt, indem betroffene Mädchen etwa vorübergehend auf den Gang geschickt wurden. Die Anwaltschaft stellte klar, dass die gesetzliche Umsetzung des Verbots nicht zur Diskriminierung führen dürfe.

Einordnung

Das Kopftuchverbot zeigt deutliche Auswirkungen auf die Schulsituation, insbesondere in Wien, wo Konflikte zwischen gesetzlichen Vorgaben und den Reaktionen der Betroffenen bestehen. Die steigenden Meldungen rassistischer Diskriminierung verdeutlichen die Herausforderungen, vor denen Schulen und Behörden gegenwärtig stehen.

Kommentar hinzufügen

Your email address will not be published.

Echte Wirtshäuser in Floridsdorf: Ein Überblick über die Gastronomie der Region
Vorheriger artikel

Echte Wirtshäuser in Floridsdorf: Ein Überblick über die Gastronomie der Region

ÖBB leitet Suche nach Nachfolger für Konzernchef Andreas Matthä ein
Nächster artikel

ÖBB leitet Suche nach Nachfolger für Konzernchef Andreas Matthä ein

Nicht verpassen