Der langjährige SPÖ-Politiker Heinrich Keller ist vor einigen Tagen im Alter von 85 Jahren nach längerer Krankheit verstorben. Dies teilte der frühere ORF-Informationsintendant Johannes Kunz im Auftrag der Familie mit. Keller, ein ausgebildeter Jurist, hatte in der SPÖ über viele Jahre bedeutende Funktionen inne und wurde insbesondere als Zentralsekretär der Partei von 1986 bis 1988 bekannt.
Keller war zudem Abgeordneter in beiden Parlamentskammern und diente als Sekretär und Pressereferent von Justizminister Christian Broda. Er war zwei Jahre lang Generalsekretär des ORF und später Mitglied dessen Kuratoriums. Er hinterlässt eine Tochter und war mit der 2022 verstorbenen Journalistin Trautl Brandstaller verheiratet.
Würdigung durch Babler und Fischer
Die SPÖ-Spitze würdigte Keller für seinen bedeutenden Einfluss auf die Justizreformen der Broda-Ära. Parteichef Andreas Babler und Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim erklärten, dass Keller für sein Engagement und seine Haltung über die Parteigrenzen hinweg große Achtung und Anerkennung erhalten habe.
Der ehemalige Bundespräsident Heinz Fischer betonte gegenüber der APA, dass Keller ein großer Unterstützer der Sozialdemokratie und zugleich ein kritischer Geist sowie unabhängiger Denker war. Seine Verdienste um die Justizreformen sowie die Mietervereinigung sind unbestritten. Die österreichische Sozialdemokratie, die Justiz und der Parlamentarismus hätten in Keller eine starke Stütze gehabt, so das ehemalige Staatsoberhaupt.


