Militärhubschrauber in Kaschmir abgestürzt – 18 Soldaten tot
In der von Pakistan kontrollierten Region Kaschmirs sind am Mittwoch bei einem Absturz eines Militärhubschraubers 18 Soldaten ums Leben gekommen. Alle Insassen seien tot, berichteten die pakistanischen Streitkräfte. Ein technischer Fehler wurde als Ursache für das Unglück in der Provinzhauptstadt Muzaffarabad angegeben.
Kaschmir ist eine umstrittene Region, die sowohl von Indien als auch von Pakistan beansprucht wird. Die Spannungen zwischen den beiden Atommächten führten in der Vergangenheit bereits zu mehreren Kriegen. In der mehrheitlich muslimischen Region gab es immer wieder Angriffe von Extremisten, wobei Indien Pakistan häufig vorwirft, islamistische Kämpfer zu unterstützen.
Die Lage in der teilautonomen Region ist seit Freitag aufgrund schwerer Proteste und dem gewaltsamen Vorgehen der Sicherheitskräfte angespannt. Geschäfte bleiben geschlossen, und die Straßen sind leer. Sicherheitskräfte verhindern, dass Demonstranten Muzaffarabad erreichen. Berichten zufolge sind bei den Auseinandersetzungen bisher zehn Zivilisten und vier Sicherheitsbeamte ums Leben gekommen.
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International berichtete am Dienstag von einer Internetsperre, Massenfestnahmen und tödlicher Gewalt. Die Organisation wies darauf hin, dass sich die Menschenrechtslage in der Region weiter verschlechtere.
Hintergrund der aktuellen Unruhen sind politische Gruppen, die sich gegen den Einfluss aus Islamabad zur Wehr setzen. Vorangesetzt war ein Verbot einer lokalen politischen Graswurzelbewegung, die eine Reform der Zusammensetzung des regionalen Parlaments gefordert hatte. In der Folge eskalierte die Situation.
Einordnung
Der Absturz des Hubschraubers und die anschließenden Unruhen unterstreichen die instabile Sicherheitslage in Kaschmir. Die Spannungen zwischen der Bevölkerung und den Sicherheitskräften sowie zwischen den politischen Gruppierungen könnten sich weiter verschärfen, was die humanitäre Lage in der Region zusätzlich belastet.


