UNO äußert Besorgnis über Kriegsverbrechen im Gazastreifen
Nach dem Auffinden hunderter Leichen in den Trümmern des Gazastreifens hat der UNO-Menschenrechtskommissar Volker Türk Besorgnis über mögliche Kriegsverbrechen geäußert. Türk berichtete am Dienstag, dass die sterblichen Überreste aus zerstörten Gebäuden geborgen wurden, darunter ganze Familien sowie viele Frauen und Kinder.
Die Funde stammen aus Regionen, die während der israelischen Angriffe im laufenden Konflikt seit Ende 2025 verwüstet wurden. Türk befürchtet, dass die bisherigen Entdeckungen „lediglich die Spitze des Eisbergs“ sein könnten. Nach Angaben des palästinensischen Zivilschutzes wurden seit November 2025 über 630 Leichen geborgen, während örtliche Behörden schätzen, dass mehr als 8.000 weitere Menschen unter den Trümmern begraben sein könnten.
Zusätzlich kritisierte Türk das Vorgehen des israelischen Militärs im Gazastreifen. Er berichtete, dass viele Gebiete, in denen das Militär stationiert ist, weiterhin ohne Rücksicht auf die Toten unter den Trümmern abgerissen werden. Die israelischen Streitkräfte gaben an, die Aussagen zu prüfen.
Das UNO-Menschenrechtsbüro (OHCHR) stellte klar, dass Angehörige ein Anrecht auf eine würdige Beerdigung ihrer Familienmitglieder haben und gleichzeitig Beweise für mögliche Verstöße gegen internationales Recht gesichert werden müssen. Israel hat Vorwürfe, gezielt Zivilisten anzugreifen, zurückgewiesen und betont, im Einklang mit dem Völkerrecht zu handeln.
Einordnung
Die Situation im Gazastreifen ist zunehmend besorgniserregend, da die Zahl der gefundenen Leichen auf eine hohe Anzahl vermisster Personen hinweist. Dies könnte zu verstärkten internationalen Forderungen nach transparenten Untersuchungen und möglicherweise rechtlichen Maßnahmen gegen die Verantwortlichen führen.


