Maria Saal streitet über Kunstrasen auf Schulcampus mit mehr als 70 Grad im Sommer

Oktober 13, 2026 02:13
School campus outdoor play area with artificial turf, a slide, rope net and steps beside a pink building.
Auf dieser Bewegungsfläche für die Kinder wurde der Kunstrasen verlegt. Die gesamte Fläche ist rund 300 Quadratmeter groß.Foto: Michaela Auerhochgeladen von Michaela Auer

Auf dem Schulcampus der Volksschule Maria Saal sorgt die mit Kunstrasen ausgelegte „Arena“ für Diskussionen. Auslöser ist die Kritik, dass die Oberfläche im vergangenen Sommer mehr als 70 Grad Celsius erreicht habe und dort keine natürlichen Schattenspender mehr möglich seien.

Die Anlage auf der großen Grünfläche wurde vor rund acht Jahren gestaltet. Sie wird von mehreren Einrichtungen am Bildungscampus genutzt, darunter die Volksschule Virunum, die Musikschule Norische Region, die Ganztagsschule, ein Kindergarten mit fünf Gruppen und eine Kindertagesstätte mit drei Gruppen.

Karoline Angermann vom Klimabündnis Kärnten und den Grünen in Maria Saal sagte: Durch die vollständige Verlegung des Kunstrasens können nun keine Bäume mehr gepflanzt werden. Der dafür nötige Wurzelraum sei nicht mehr vorhanden, sagte sie weiter. Außerdem äußerte sie Bedenken wegen möglicher Mikroplastikfreisetzung; eine unabhängige Bestätigung dafür liegt in dem vorliegenden Bericht nicht vor.

Siegfried Obersteiner, ÖVP-Vizebürgermeister und Bildungsreferent der Gemeinde, verteidigte die Entscheidung. Die Gemeinde habe die Fläche nach langer Abwägung mit Unterstützung eines Carinthian playground company geplant, sagte er. Vor der Verlegung habe es dort massive Probleme mit Wasser und Schlamm gegeben; Entwässerung und Wasserpumpen seien weiterhin nötig.

Obersteiner sagte, die Oberfläche habe sich als Fallschutz bewährt. Auf dem Gelände habe nie Rasen wachsen können, weil die Nutzung so intensiv sei. Am berichteten sonnigen Herbsttag spielten Kinder dort Fußball.

Die Grünen-Gemeinderätin Gerlinde Gerdl erinnerte daran, dass ihre Fraktion damals ein Konzept eines Wiener Unternehmens mit natürlicher Beschattung vorgeschlagen habe. Es sei jedoch nicht angenommen worden. Obersteiner verwies darauf, dass eine Umgestaltung aus seiner Sicht heute keinen Sinn mehr mache und die Gemeinde stattdessen auf Hitzeschutzmaßnahmen im Inneren setze.

Für eine vergleichbare Ausführung nannte Obersteiner heute Kosten von nicht unter 100.000 Euro. Ob es am Platz Änderungen geben wird, geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor.

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