Langer-Weninger wirbt in Oberösterreich für mehr regionale Lebensmittelproduktion

Oktober 15, 2026 18:27
Panel discussion on a stage with Austrian and EU flags behind five seated speakers.

Oberösterreichs Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger wirbt für mehr heimische Lebensmittelproduktion, regionale Verarbeitung und bewusste Kaufentscheidungen, um die Versorgungssicherheit angesichts von Klimawandel, Krisen und internationalen Konflikten zu stärken. Sie warnt zugleich davor, die Stabilität der Lebensmittelversorgung für selbstverständlich zu halten.

„Unsere Bäuerinnen und Bauern sorgen tagtäglich dafür, dass wir mit hochwertigen Lebensmitteln versorgt werden. Aber auch sie sind auf Energie, Betriebsmittel und funktionierende Lieferketten angewiesen. Versorgungssicherheit beginnt deshalb auf unseren Höfen, endet aber nicht am Hoftor“, sagte Langer-Weninger. Die Trockenheit des heurigen Sommers, unterbrochene Lieferketten und internationale Konflikte zeigten, wie verletzlich die Versorgung sein könne.

Auch Generalmajor Peter Vorhofer, Krisensicherheitsberater der österreichischen Bundesregierung, ordnet das Thema sicherheitspolitisch ein. Nach seinen Worten ist die Lebensmittelversorgung auch eine Frage der Sicherheitspolitik. „Der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine und der Konflikt im Nahen und Mittleren Osten verdeutlichen, dass sich die regulierte Weltordnung neu zu ordnen beginnt“, sagte Vorhofer.

Das Forschungsprojekt „Nationale Reserve“ untersuchte laut Bericht die Widerstandsfähigkeit der österreichischen Versorgung unter anderem bei Blackout, Energiemangel, fehlenden Arbeitskräften und Dürreperioden. Kurzfristige Krisen könnten demnach durch bestehende Lagerbestände weitgehend abgefedert werden, kritisch könnte es aber bei mehreren aufeinanderfolgenden Dürrejahren werden.

Als zentrale Gegenmaßnahmen nennt Langer-Weninger Investitionen in eine sichere Wasserversorgung, klimafitte Sorten und moderne Produktionstechnik. Auch die regionale Weiterverarbeitung spielt nach Darstellung des Beitrags eine wichtige Rolle; als Beispiel wird die angekündigte Schließung des Tiefkühlgemüsewerks Ardo in Groß-Enzersdorf genannt.

WIFO-Ökonom Franz Sinabell verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass eine Produktion und Weiterverarbeitung vor Ort „wohl der beste Zugang“ sei, um die Versorgung bestmöglich abzusichern. Das Land Oberösterreich unterstützt laut Bericht Investitionen in Verarbeitung, Vermarktung und innovative Projekte in der Landwirtschaft.

Markus Scharner von der oberösterreichischen Zukunftsakademie sieht in der Publikation zu dem Thema einen Beitrag dazu, Abhängigkeiten zu verringern und das Zusammenspiel von Produktion, Verarbeitung und Versorgung zu stärken. „Versorgungssicherheit heißt, auch unter veränderten Rahmenbedingungen handlungsfähig zu bleiben und Lebensqualität verlässlich zu sichern“, sagte Scharner.

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