Am Hochvogel bei Hinterhornbach beobachten Experten eine stärkere Bewegung in einem Seitenriss im Gipfelbereich. Die Messungen deuten auf einen größeren Felssturz hin, der genaue Zeitpunkt lässt sich aber nicht vorhersagen.
Forscher der Technischen Universität München haben den Bereich zuletzt erneut vermessen. Der Abschnitt, in den die Felsmassen fallen würden, ist aus Sicherheitsgründen seit Jahren gesperrt.
Nach Angaben von Bürgermeister Martin Kärle ist die Siedlungszone von Hinterhornbach nicht betroffen. Er sagte: „Ein wenig Bewegung ist schon da“. Über die Forschungsarbeiten der Münchner Universität meinte er: „Für die ist das ein Freiluftlabor“.
Der Hochvogel liegt in den Allgäuer Alpen an der Grenze zwischen Tirol und Bayern. Der gefährdete Teil befindet sich auf Tiroler Seite.
Johannes Leinauer von der Technischen Universität München sagte, der Gipfelriss sei „zwei bis sechs Meter offen, die Nebenspalten bis zu einem Meter. Seitlich lässt sich der Riss bis in ca. 60 Meter Tiefe verfolgen“. Nach einem starken Gewitter habe sich der überwachte Seitenriss um fünf Millimeter bewegt.
Leinauer stellte zugleich klar, dass diese Werte keinen unmittelbar bevorstehenden Großbruch belegen. Solche Bewegungen seien nicht ungewöhnlich. Der Berg nähere sich jedoch einem sogenannten Grenzgleichgewicht; werde dieser Punkt überschritten, folge ein Abbruch.
Leinauer schätzt das mögliche Ausmaß des späteren Felssturzes auf 260.000 bis 600.000 Kubikmeter Gestein. Ein kleinerer Abbruch hatte sich im Juli ereignet und wurde von Tirols Landesgeologen Thomas Figl auf rund 2.000 Kubikmeter geschätzt.
Figl sagte über das Sommerereignis: „Das ist in einem eher abgelegenen Bereich des Hochvogels passiert und nur wenigen aufgefallen“. Kärle ergänzte dazu: „Ein paar Leute haben eine größere Staubwolke gesehen, mehr nicht.“


