Die Gemeinden Oetz und Weer setzen nach einem Barriere-Check von ÖZIV Tirol erste Maßnahmen um, um öffentliche Gebäude besser zugänglich zu machen. Unterstützt werden solche Verbesserungen auch vom Land Tirol.
ÖZIV Tirol bietet Gemeinden einen Fachcheck an, bei dem Expertinnen und Experten die Zugänglichkeit kommunaler Einrichtungen prüfen und konkrete Vorschläge für Verbesserungen ausarbeiten. Laut der Organisation haben bereits mehrere Tiroler Gemeinden dieses Angebot genutzt.
In Oetz wurden in diesem Jahr erste Schritte umgesetzt. Am bestehenden Volksschulgebäude wurde ein Lift eingebaut, außerdem wurde ein früherer Lagerraum zu einem barrierefreien WC umgebaut. Der Barriere-Check hatte dort auch die Volksschule und weitere öffentliche Einrichtungen geprüft.
Bürgermeister Hansjörg Falkner bezeichnete die Beratung als hilfreich. Der ausgehändigte Empfehlungsbericht sei eine „wertvolle Unterstützung für zukünftige Umsetzungsmaßnahmen“, sagte er.
Auch in Weer folgten nach dem Check erste Verbesserungen. Im Gemeindeamt wurde ein Orientierungssystem installiert, das die Navigation im Gebäude erleichtern soll.
Bürgermeister Markus Zijerveld verwies auf den Bewusstseinsaspekt solcher Maßnahmen. „Toleranz und gegenseitige Verantwortung gehören immer wieder gestärkt“, sagte er. ÖZIV-Geschäftsführer Hannes Lichtner begrüßte das wachsende Interesse der Gemeinden. Fachberater Gerhard Wieser betonte zudem, dass gut gemeinte Lösungen oft falsch oder unnötig teuer umgesetzt würden, wenn fachliche Beratung fehle.
Nach Angaben von ÖZIV Tirol können Gemeinden bei Barrierefreiheitsprojekten mit Förderungen des Landes rechnen. Wird zuvor ein Fach-Check durchgeführt, sei ein höherer Fördersatz möglich, heißt es von der Organisation.
Barrierefreie Gemeindeeinrichtungen sollen Menschen mit Behinderungen eine selbstständige und gleichberechtigte Teilnahme am Gemeindeleben ermöglichen, wie Isolde Kafka, Antidiskriminierungsbeauftragte des Landes Tirol und Vorsitzende des Tiroler Monitoringausschusses, sagte. ÖZIV-Tirol-Obmann Michael Knaus verwies zudem darauf, dass solche Maßnahmen auch älteren Menschen und Personen mit vorübergehenden Einschränkungen zugutekommen.


