In Stanzach wächst der Widerstand gegen eine geplante Wasserableitung aus dem Namlosbach. Nach Angaben der Bürgerinitiative haben 300 Menschen eine Petition gegen das Vorhaben unterschrieben; das entspreche rund zwei Dritteln der wahlberechtigten Bevölkerung im Ort.
Die Initiative wertet das als klares Signal gegen das Projekt. In einer Aussendung heißt es: „Wir lassen uns unser Wasser nicht abgraben. Der Namlosbach gehört zur Seele unseres Dorfes und muss als freier Wildbach für zukünftige Generationen erhalten bleiben“.
Die Bürgerinitiative Namlosbach warnt, dass dem Bach ein erheblicher Teil seines Wassers entzogen würde. Nach ihrer Einschätzung wäre das schlecht für den Namlosbach und für den Lech.
Besonders kritisch sieht die Initiative die möglichen Folgen für den Tiroler Lech und das Natura-2000-Gebiet Tiroler Lech. Sie argumentiert, große Teile des Namlosbachs lägen in diesem Schutzgebiet.
Nach der Interpretation der Initiative auf Basis von Angaben der Elektrizitätswerke Reutte könnte der Namlosbach in der Winterhalbjahreszeit nur noch etwa ein Viertel seines bisherigen Wasservolumens führen, sollte das Vorhaben umgesetzt werden. Die Bürgerinitiative befürchtet außerdem, der Bach könnte seinen Charakter als freier Wildbach verlieren und über weite Teile des Jahres zu einem Restwasserbach werden.
Die Initiative fordert von den E-Werken Reutte eine vollständige und transparente Offenlegung aller relevanten Daten und Berechnungsgrundlagen. Für November kündigt sie zudem eine öffentliche Informationsveranstaltung an, bei der über die Pläne des Unternehmens und die erwarteten Auswirkungen informiert werden soll.
Das Vorhaben ist nach den vorliegenden Angaben noch nicht entschieden. Die Initiative berichtet seit Längerem über ihren Widerstand und verweist auch auf Messdaten, die sie auf ihrer Homepage veröffentlicht hat und die nach ihrer Darstellung für die Beurteilung der geplanten Wasserableitung wichtig sein könnten.


