LINZ. Fußball-Bundesliga: Die OÖN nahmen vor dem heutigen Derby in Linz (17 Uhr) die beiden Lokal-Rivalen genau unter die Lupe
LASK oder SV Oberbank Ried? Im Oberösterreich-Derby kann es heute (17 Uhr) nur einen Sieger geben. Und es wird wohl auf die Tagesverfassung ankommen. Denn obwohl der LASK bei einem Heimspiel in der Raiffeisen-Arena immer Favorit gegen Ried sein wird, so gibt es doch zu viele Punkte, in denen man zu eng beieinander ist. Darüber berichtet Welt Stimme.
Torhüter – 1:0 für Ried: Keine Frage, dem 21-jährigen LASK-Keeper Lukas Jungwirth gehört die Zukunft. Aber reicht das auch heute? Ihm gegenüber steht mit Andreas Leitner der Kapitän der SV Ried im Tor, der in seiner Karriere schon alles miterlebt hat. Allerdings sind auch die Erwartungen in Leitner höher, die Rieder auch in diesem Spiel so richtig anzuführen. Der 31-Jährige muss den Unterschied ausmachen. Auch das ist nicht so einfach.
Abwehr – 2:0 für die SV Ried: Ja, das Trio Michael Sollbauer, Nikki Havenaar und Oliver Steurer zählt nicht zu den Schnellsten der Liga. Aber der Rieder Abwehrturm ist seit mehr als einem Jahr eingespielt. Und vor allem machen die baumlangen Ried-Spieler dank ihrer Stärke bei Standardsituationen bei engen Spielen offensiv wie defensiv oft den Unterschied aus. Die LASK-Abwehr machte in der aktuellen Spielzeit indes nicht immer den sichersten Eindruck.
Mittelfeld – 3:1 für Ried: Ein Punkt für beide. Der LASK muss erst beweisen, dass man Kapitän Sascha Horvath ersetzen kann. Lukas Kacavenda und Art Smakaj haben gegen Horn den Unterschied ausgemacht – dass das auch in der Bundesliga gegen Ried reicht, muss erst bewiesen werden. Bei den Innviertlern hat mit Yusuf Maart ebenfalls ein Neuzugang aufgrund seiner Leader-Mentalität schon einen wichtigen Platz im Team. Zudem ist Jonas Mayer nach seiner Krankheit am Weg zurück, macht in der Zentrale Meter wie kein Zweiter.
Angriff – 3:2 für Ried: Ein knapper Vorteil für den LASK. Wenn Maximilian Entrup, in Bestform, und Samuel Adeniran, der zwar nicht die höchste Trefferquote besitzt, aber extrem mannschaftsdienlich spielt, gemeinsam auftreten, dann hat man Ried etwas voraus. Unterschätzen sollte man aber auch die Offensivabteilung der Wikinger nicht: Mit Kingstone Mutandwa, Ekain Azkune, Antonio Van Wyk, Peter Kiedl oder Mark Grosse hat der Aufsteiger viele unterschiedliche und spannende Spielertypen in seinen Reihen.
Heimvorteil – 3:3: Egal, ob mit oder ohne Unterstützung des harten Fankerns – daheim hat der LASK einen Riesenvorteil. Das Publikum ist auch beim Heimsieg gegen die Austria voll mitgezogen. Bis gestern waren 11.000 Tickets verkauft. Auch aus Ried werden mehr als 1000 Schlachtenbummler erwartet.
Formkurve – 4:4: Ein Punkt an beide. Ried (gegen Altach) und der LASK (gegen WSG Tirol) haben sich je einen Totalausfall geleistet. Der Rest war den jeweiligen Umständen entsprechend in Ordnung. Das trifft beim 0:3 des LASK gegen Salzburg zumindest auch auf die ersten 25 Minuten bis zum 0:1 zu. Die breitere Derby-Brust hat aber wohl Ried nach Siegen in der Liga gegen Blau-Weiß Linz (2:0) und im Cup gegen Gurten (1:0).


