Am 27. Januar 2026 griff die russische Armee mit Kampfdrohnen einen zivilen Personenzug in der südlichen Region Charkiw an. Nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj kamen mindestens vier Menschen ums Leben, zwei weitere wurden verletzt. Rettungskräfte suchten zunächst nach weiteren Vermissten, während Ermittler von gefundenen Leichenteilen berichteten. Die endgültige Zahl der Todesopfer soll erst nach DNA-Analysen feststehen.
Treffer auf Strecke von Transkarpatien nach Charkiw
Der angegriffene Zug war auf der Strecke „Tschop–Lwiw–Charkiw–Barwinkowe“ unterwegs und befand sich nahe dem Dorf Jasykowe in der Gemeinde Barwinkowe. Nach Angaben der Behörden setzten russische Einheiten drei Drohnen ein, mutmaßlich vom Typ Geran-2. Zwei Einschläge ereigneten sich in unmittelbarer Nähe des Zuges, ein weiterer traf direkt einen Waggon, der daraufhin in Brand geriet. Die Feuerwehr löschte das Feuer noch am Abend mithilfe eines speziellen Löschzugs.
Evakuierung der Passagiere
Zum Zeitpunkt des Angriffs befanden sich nach offiziellen Angaben etwa 150 Menschen an Bord. Alle Überlebenden wurden evakuiert. Zehn unbeschädigte Waggons setzten ihre Fahrt später fort und brachten die Passagiere weiter in Richtung Westen des Landes. Nach Darstellung der Behörden waren auch einzelne Soldaten unter den Reisenden, die sich jedoch als reguläre Passagiere auf dem Heimweg befanden.
Hinweise auf gezielten Angriff
Sicherheitsexperten gehen davon aus, dass die Drohnen gezielt auf den fahrenden Zug angesetzt wurden. Nach Einschätzung von Fachleuten für elektronische Kriegsführung wurden die unbemannten Systeme in Echtzeit gesteuert und bewusst auf den mittleren Teil des Zuges gelenkt. Russische Darstellungen, wonach es sich um einen Militärtransport gehandelt habe, wiesen ukrainische Stellen zurück.
Ermittlungen wegen Kriegsverbrechens
Die ukrainische Staatsanwaltschaft leitete ein Verfahren wegen des Verdachts auf ein Kriegsverbrechen ein. Der Angriff auf einen zivilen Zug ohne militärische Funktion erfülle die Kriterien eines schweren Verstoßes gegen das humanitäre Völkerrecht. Präsident Selenskyj erklärte, ein solcher Angriff wäre in jedem Land der Welt eindeutig als Terrorismus zu bewerten, da es keinerlei militärische Rechtfertigung für Gewalt gegen Zivilisten gebe.


