Russland hat nach Medienberichten mit dem sanktionierten Frachtschiff „Michail Britnew“ Militärtechnik nach Mali geliefert. Das Schiff legte am 9. Juli im Hafen von Lomé, der Hauptstadt Togos, an. An Bord befanden sich Lastwagen, Schützenpanzer und leichte Infanteriefahrzeuge. Nach Angaben des malischen Staatsfernsehens wurden die Fahrzeuge anschließend über Togo und Burkina Faso nach Mali weitertransportiert. Die Lieferung fällt in eine Phase, in der die malische Militärregierung im Norden des Landes unter Druck jihadistischer Gruppen und tuaregischer Separatisten steht.
Die Route des Schiffes lässt sich anhand von Schiffsverfolgungsdaten nachvollziehen. Die „Michail Britnew“ verließ demnach am 18. Juni den russischen Hafen Baltijsk und fuhr zunächst durch die Nordsee. Danach passierte der Frachter den Ärmelkanal. Während der Durchfahrt wurde das Schiff von einem russischen Kriegsschiff begleitet. Nach den vorliegenden Überwachungsdaten schaltete die „Michail Britnew“ ihren Transponder nach der Passage des Ärmelkanals ab. Wieder sichtbar wurde das Schiff erst, als es sich auf das Anlegen in Togo vorbereitete. Die Angaben zur Fahrt und zur militärischen Ladung beruhen auf Medienberichten, Schiffstracking und Informationen aus Mali.
Militärische Unterstützung für Malis Junta
Das US-Finanzministerium setzte die „Michail Britnew“ bereits 2024 auf eine Sanktionsliste. Die nun bekannt gewordene Fahrt zeigt, dass das Schiff trotz dieser Maßnahme für einen Transport militärischer Ausrüstung eingesetzt wurde. Eine offizielle Stellungnahme Russlands oder Togos zu dem Vorgang liegt in den vorliegenden Angaben nicht vor.
Der Kreml unterstützt die Militärregierung in Mali seit dem Abzug der französischen Truppen aus dem Land im Jahr 2022. Im Gegenzug erhält Russland nach den vorliegenden Informationen finanzielle Vorteile sowie bevorzugten Zugang zu Minen und Goldvorkommen. In Mali war zunächst die russische private Militärorganisation Wagner eingesetzt. Nach dem Tod ihres Gründers Jewgeni Prigoschin übernahm das dem russischen Verteidigungsministerium unterstellte „Afrikakorps“ die militärischen Operationen.
Die malische Regierung kämpft seit Jahren gegen die jihadistische Gruppierung Jama’at Nusrat al-Islam wal-Muslimin (JNIM) sowie gegen tuaregische Separatisten. In den vergangenen Monaten eroberten Aufständische bei einer Offensive größere Gebiete im Norden des Landes. Die Lieferung russischer Fahrzeuge steht damit im Zusammenhang mit der militärischen Zusammenarbeit zwischen Moskau und der Regierung in Bamako, ohne dass aus den vorliegenden Informationen Einzelheiten über den geplanten Einsatz der Fahrzeuge hervorgehen.
Russlands Rolle im Sahel
Die militärische Präsenz Russlands im Sahel ist nach den vorliegenden Einschätzungen ein wichtiger Bestandteil der Zusammenarbeit mit afrikanischen Militärregierungen. Für Moskau geht es dabei um die Aufrechterhaltung einer sicherheitspolitischen Partnerschaft mit Mali. Das „Afrikakorps“ bildet dabei die institutionelle Nachfolge der Wagner-Strukturen in dem Land und ist direkt an das russische Verteidigungsministerium angebunden.
Die Unterstützung für Mali erfolgt trotz der erheblichen militärischen und wirtschaftlichen Belastungen, denen Russland durch den Krieg gegen die Ukraine ausgesetzt ist. Die Ausweitung russischer Aktivitäten in Afrika wird in den vorliegenden Thesen als Versuch bewertet, Russlands Stellung im Sahel zu sichern und die eigene Handlungsfähigkeit auch unter internationalen Sanktionen zu zeigen. Eine konkrete Zahl der nach Mali entsandten russischen Soldaten oder der gelieferten Fahrzeuge wird nicht genannt.
Mali, Burkina Faso und Togo bilden in den vorliegenden Informationen die regionale Route beziehungsweise den politischen Raum, in dem die Lieferung abgewickelt wurde. Zugleich wird auf eine vertiefte militärische Zusammenarbeit Moskaus mit mehreren afrikanischen Staaten verwiesen. Diese Zusammenarbeit soll Russland zusätzliche politische und wirtschaftliche Kontakte auf dem afrikanischen Kontinent eröffnen. Ob die aktuelle Lieferung Teil eines größeren, bereits abgestimmten Programms ist, geht aus den Angaben nicht hervor.
Fragen zur Durchsetzung der Sanktionen
Besondere Bedeutung hat die Fahrt wegen der Passage durch den Ärmelkanal. Ein sanktioniertes russisches Frachtschiff, das nach den vorliegenden Tracking-Daten militärische Ausrüstung nach Afrika transportierte und dabei von einem russischen Kriegsschiff begleitet wurde, konnte die Route bis nach Westafrika fortsetzen. Der Transponder des Frachters war nach der Durchfahrt zeitweise abgeschaltet.
Die Umstände werfen in den vorliegenden Bewertungen Fragen zur Überwachung sanktionierter Schiffe und zur Kontrolle maritimer Transporte auf. Aus den verfügbaren Angaben lässt sich jedoch nicht ableiten, welche Behörden den Frachter zu welchem Zeitpunkt kontrollierten oder ob konkrete Verstöße gegen nationale beziehungsweise internationale Vorschriften festgestellt wurden. Fest steht, dass die Vereinigten Staaten das Schiff bereits 2024 sanktioniert hatten und es im Juli dennoch im Hafen von Lomé anlegte.
Für Mali bleibt Russland damit ein militärischer Partner der herrschenden Junta. Die Lieferung über Togo und Burkina Faso erweitert die bisher bekannten Aktivitäten des russischen „Afrikakorps“ um einen weiteren dokumentierten Transportweg. Weitere Angaben zur Ladung, zur Zahl der Fahrzeuge und zu ihrem vorgesehenen Einsatz in Mali wurden zunächst nicht veröffentlicht.



Also wenn man sich das so durchliest, kriegt man echt das Gefühl, dass der Westen hier einfach nur zuschaut während Russland in Afrika komplett freie Hand hat. Diese Umwege über Togo und Burkina Faso zeigen doch deutlich, wie dreist die da vorgehen und keiner kann oder will was dagegen tun. Mich macht das ehrlich gesagt wütend, weil es am Ende wieder die Menschen vor Ort sind, die unter dem ganzen Chaos leiden müssen.
Na klar, wieder typisch! Die labern was von Sanktionen und dann schippern die einfach mit Kriegsmaterial um die halbe Welt, als ob’s kein Morgen gäbe. Und der Westen schaut zu und wundert sich, dass in Afrika keiner mehr auf die ach so tollen Werte hört. Lächerlich!