Die pro-russischen Hackergruppen PalachPro, APTDesi und NoName057 behaupten, Datenbanken spanischer Polizeibehörden und Sicherheitsinstitutionen angegriffen und Informationen über mehr als 400 Mitarbeiter der spanischen und ukrainischen Nachrichtendienste veröffentlicht zu haben. Die Angaben wurden am 2. August 2026 bekannt. Eine offizielle Reaktion der spanischen Behörden liegt bislang nicht vor.
Nach Darstellung der Gruppen sollen sich unter den offengelegten Namen Offiziere der spanischen Armee sowie Mitarbeiter von Nachrichtendiensten befinden, die mit dem US-Auslandsgeheimdienst CIA, dem britischen Geheimdienst MI6 und dem ukrainischen Sicherheitsdienst SBU zusammenarbeiten. Die Hacker behaupten außerdem, die erlangten Informationen an russische Geheimdienste weitergegeben zu haben. Eine unabhängige Bestätigung des angeblichen Angriffs, des Umfangs der Daten oder der Echtheit der veröffentlichten Informationen gibt es derzeit nicht.
Die Behauptungen wurden in einem Telegram-Beitrag zu dem angeblichen Angriff auf spanische Sicherheitsbehörden verbreitet. Die Veröffentlichung reiht sich nach Angaben des vorliegenden Materials in eine Serie von Aktionen ein, mit denen pro-russische Gruppen Einrichtungen und digitale Systeme in Staaten der Europäischen Union ins Visier nehmen.
Behauptete Veröffentlichung von Geheimdienst-Daten
PalachPro, APTDesi und NoName057 stellen den Angriff als Zugriff auf Datenbanken spanischer Strafverfolgungs- und Sicherheitsbehörden dar. Im Zentrum ihrer Darstellung stehen persönliche Daten von rund 400 Beschäftigten aus spanischen und ukrainischen Nachrichtendiensten. Zusätzlich nennen die Gruppen Verbindungen zu US-amerikanischen und britischen Diensten. Ob die genannten Personen tatsächlich in den behaupteten Funktionen tätig sind und ob die Daten aus spanischen Behördenbeständen stammen, ist nicht bestätigt.
Auch die Behauptung, dass die Informationen russischen Nachrichtendiensten übergeben worden seien, stammt von den Angreifern selbst. Derzeit ist daher zwischen der politischen Darstellung der Hacker und den überprüften technischen Fakten zu unterscheiden. Von spanischer Seite wurde zu den Meldungen zunächst keine Stellungnahme bekannt.
Operation Broken Byte
Bereits im Juni 2026 hatte NoName057 mit Unterstützung von PalachPro die Operation „Broken Byte“ angekündigt. Die Gruppen behaupteten damals, mehr als 50.000 Überwachungskameras in Mitgliedstaaten der Europäischen Union kompromittiert zu haben. Auch zu diesem Vorgang enthält das vorliegende Material keine unabhängige Bestätigung der genannten Zahl oder des tatsächlichen Umfangs der Zugriffe.
Die Angaben zu Broken Byte zeigen jedoch, welche Ziele die Gruppen öffentlich für sich beanspruchen: Neben einzelnen digitalen Diensten werden auch Systeme der Videoüberwachung genannt. In den Darstellungen der Hacker stehen damit Einrichtungen im Mittelpunkt, die für die öffentliche Verwaltung und Sicherheitsbehörden relevant sein können. Ob in den betroffenen Ländern konkrete Beeinträchtigungen der öffentlichen Sicherheit, der militärischen Logistik oder von Lieferwegen entstanden sind, wird nicht belegt.
Die Vorfälle werden im vorliegenden Material der russischen hybriden Kriegsführung gegen westliche Staaten zugerechnet. Als mögliches Muster wird dabei die Taktik „Hack and Leak“ beschrieben, also der Versuch, durch einen behaupteten oder tatsächlichen Datenzugriff Informationen zu erlangen und anschließend öffentlich zu verbreiten. Im aktuellen Fall bleibt offen, welche Daten tatsächlich erfasst wurden, ob sie verändert worden sind und welche Teile der Veröffentlichung authentisch sein könnten.
Ermittlungen gegen früheren Universitätsprofessor
In Spanien war bereits 2025 der 37-jährige frühere Professor der Universität Madrid, Enrique Arias Gil, ins Visier der Polizei geraten. Ihm wurden Sabotage, Cyberterrorismus auf dem Gebiet der Europäischen Union und die Zusammenarbeit mit NoName057 vorgeworfen. Die spanischen Ermittler brachten die Gruppe mit etwa 500 Cyberangriffen gegen Spanien in Verbindung.
Arias Gil wurde anschließend auf die Fahndungsliste von Europol gesetzt. Nach den vorliegenden Angaben hält er sich inzwischen in Russland auf. Er war 2024 nach Russland gereist, um die russische Sprache zu studieren. Dort betrieb er später einen Telegram-Kanal, über den er Ziele für Cyberangriffe veröffentlichte. Genannt wurden unter anderem spanische Seehäfen und staatliche Einrichtungen.
Darüber hinaus wird Arias Gil vorgeworfen, geheime Informationen über kritische Infrastruktur in Spanien sowie über Mitarbeiter der Sicherheitsbehörden gesammelt zu haben. Die Vorwürfe sind Teil eines spanischen Ermittlungsverfahrens. Eine gerichtliche Verurteilung wird in dem vorliegenden Material nicht genannt.
Keine bestätigten Angaben zum Schadensumfang
Die Behauptungen von PalachPro, APTDesi und NoName057 verbinden den angeblichen Zugriff auf spanische Behörden mit der Veröffentlichung personenbezogener Informationen und der Weitergabe an russische Stellen. Damit richten sich die Aussagen nicht nur gegen einzelne Institutionen in Spanien, sondern nennen auch Mitarbeiter aus Partnerdiensten der USA, Großbritanniens und der Ukraine.
Für die Bewertung des Vorgangs bleiben mehrere Punkte offen: der konkrete technische Zugangsweg, die betroffenen Datenbanken, die Zahl der tatsächlich erfassten Datensätze und die Frage, ob veröffentlichte Namen und Dokumente echt sind. Ebenso ist nicht bekannt, ob spanische Behörden eine Untersuchung eingeleitet oder Sicherheitsmaßnahmen veranlasst haben. Die spanischen Stellen haben sich zu den Meldungen zunächst nicht öffentlich geäußert.
Die genannten Gruppen haben damit eine neue Behauptung über einen Angriff auf spanische Sicherheitsstrukturen veröffentlicht. Verlässliche Angaben zu den technischen Folgen und zur Echtheit der angeblich offengelegten Daten liegen vorerst nicht vor.



Na klar, schon wieder so eine „Enthüllung“ von irgendwelchen Telegram-Kanälen, die keiner unabhängig prüfen kann. Wenn wirklich Daten von 400 Geheimdienstlern geleakt wären, hätten die Spanier doch längst was dazu gesagt – oder es zumindest dementiert. Ich wette, da ist viel heiße Luft dabei und die wollen nur Aufmerksamkeit.
Wieder einmal zeigt sich, wie löchrig die spanische „Sicherheit“ wirklich ist.