Agrarsymposium in Graz: Steirische Landwirte fordern mehr Wertschätzung für ihre Leistungen

Dezember 6, 2025 11:57
Agrarsymposium in Graz: Steirische Landwirte fordern mehr Wertschätzung für ihre Leistungen

Landwirtschaft im Fokus: 500 Teilnehmer diskutieren Herausforderungen und Lösungen

GRAZ. Rund 500 Gäste diskutierten beim Agrarsymposium der Raiffeisen-Landesbank (RLB) Steiermark über die Rolle der Landwirtschaft zwischen steigenden Erwartungen und sinkenden Einkommen. Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Landwirtschaft waren sich einig: Die Diskrepanz zwischen Wertschöpfung und Wertschätzung ist groß – Lösungen müssen gemeinsam entstehen. Darüber berichtet Welt Stimme.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Frage, wie viel uns eine gute Lebensmittelversorgung tatsächlich wert ist. RLB-Aufsichtsratspräsident Josef Hainzl hob die enge Verbindung der Bank zur Landwirtschaft sowie die wirtschaftliche Bedeutung des Sektors hervor. Trotz eines hohen gesellschaftlichen Ansehens wird lediglich ein Bruchteil des Konsumentenpreises an die Produzenten ausgezahlt. „Nur vier Prozent des Konsumentenpreises landen tatsächlich bei den Produzentinnen und Produzenten,“ so Hainzl.

RLB-Generaldirektor Martin Schaller betonte, dass viele Leistungen der Landwirtschaft, wie Bodenschutz und Versorgungssicherheit, unsichtbar blieben. Haushalte geben laut Schaller nur etwa zwölf Prozent ihres Budgets für Lebensmittel aus. „Echte Wertschätzung entsteht nur im Miteinander,“ erklärte er. Raiffeisen sieht sich daher als Partner für Investitionen, Unternehmensnachfolge und Bildungsinitiativen im Agrarbereich. Außerdem brachte die Keynote von Landwirtin und Kommunikationsexpertin Michaela Sandmayr neue Impulse: „Wenn wir unsere Geschichten erzählen, entsteht dort, wo Wert entsteht, auch Wertschätzung.“

Wachstum der Erwartungen bei sinkenden Einkünften

Im Podiumsgespräch wurde klar, dass die Erwartungen an die Landwirtschaft steigen, während die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stagnieren. Landwirtschaftskammer-Vizepräsidentin Maria Pein forderte einen bewusst größeren Wert für regionale Produkte. „Regionale Wertschöpfung ist ein zentraler Baustein für stabile Strukturen,“ erklärte Christoph Holzer, Manager bei „Spar“, und verwies auf den engen Austausch mit über 300 steirischen Produzenten. Josef Pesserl, Präsident der Arbeiterkammer, unterstrich die gesamtgesellschaftliche Bedeutung der Landwirtschaft: „Die Landwirtschaft sichert unsere Grundversorgung und prägt unser Landschaftsbild. Ohne sie geht es nicht.“

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