AK NÖ sichert 1.590 Euro Nachzahlung für langjährige Mitarbeiterin im Bezirk Krems

September 29, 2025 23:12
AK NÖ sichert 1.590 Euro Nachzahlung für langjährige Mitarbeiterin im Bezirk Krems

Nach Kündigung: Arbeitnehmerin erhält 1.590 Euro von ehemaligem Arbeitgeber

Eine Arbeitnehmerin aus dem Bezirk Krems erhielt dank Unterstützung der AK Niederösterreich nach ihrer Kündigung 1.590 Euro an offenen Ansprüchen – Geld, das ihr der ehemalige Arbeitgeber zunächst vorenthalten hatte. Darüber berichtet Welt Stimme.

Die langjährige Mitarbeiterin wurde nach über 20 Jahren im Betrieb von der neuen Geschäftsführung gekündigt und stellte gleichzeitig fest, dass der Arbeitgeber sie dienstfrei stellte, was in solchen Fällen üblich ist. Sie forderte eine schriftliche Bestätigung der Freistellung, die ihr gewährt wurde. Die Kündigungsfrist verlief wie vereinbart.

Bei der Endabrechnung gab es jedoch eine unangenehme Überraschung: Weder die offenen, nicht konsumierten Urlaubstage noch die geleisteten Mehrarbeitsstunden wurden berücksichtigt.

Aufgrund dieser Situation wandte sich die Frau an die AK-Bezirksstelle Krems. Diese intervenierte bei dem ehemaligen Arbeitgeber und stellte klar, dass die Dienstfreistellungsvereinbarung keine Regelungen bezüglich des Verbrauchs von Urlaub oder Mehrarbeitsstunden enthielt. Daraus ergab sich, dass die Arbeitnehmerin Anspruch auf die offenen Beträge hatte. Nach der Intervention der AKNÖ Krems erhielt sie schließlich eine Nachzahlung von netto 1.590 Euro.

„Nach Möglichkeit treffen Sie Vereinbarungen mit Ihrem Dienstgeber schriftlich und unterzeichnen Sie nur, wenn tatsächlich nur die vereinbarten Punkte darin enthalten sind“, riet die Leiterin der Bezirksstelle Krems, Doris Schartner.

Halbjahresbilanz 2025 – Leistungen der AK Niederösterreich im Überblick

In der Bezirksstelle Krems wurden bis zum ersten Halbjahr 2025 insgesamt 8.127 Mitglieder betreut. Dabei fanden 3.063 konkrete Beratungen in Problemfällen statt, was die Relevanz der AK in der Region unterstreicht. Im Bereich Arbeits- und Sozialrecht wurden insgesamt 1.688.031 Euro eingebracht, davon 610.609 Euro für Insolvenzvertretungen. Insgesamt erreichte die Bezirksstelle mehr als 2,5 Millionen Euro für Arbeitnehmer:innen der Region.

Insgesamt stellte die AK Niederösterreich fest, dass 74.000 Arbeitnehmer:innen im ersten Halbjahr 2025 Hilfe wegen Arbeitsplatzproblemen suchten. „Für diese Betroffenen haben wir 68,8 Millionen Euro erreicht“, zog AK Niederösterreich-Vizepräsidentin Angela Fischer Bilanz.

Die Beratungsanfragen zeigten besonders großen Bedarf bei Teilzeitbeschäftigten. Im Handelsbereich komme es regelmäßig vor, dass Teilzeitkräfte mehr arbeiten als vertraglich vereinbart, was zu erheblichen Einkommensverlusten führe.

Fischer erklärte, dass wenn ein Vollzeitstelle im Unternehmen frei werde, diese laut Arbeitszeitgesetz zuerst den Teilzeitbeschäftigten angeboten werden müsse. „Wir sehen jedoch oft, dass dies nicht eingehalten wird, was es Teilzeitbeschäftigten zusätzlich erschwert, Vollzeit zu arbeiten, wenn sie es wünschen“, so Fischer. Bei bisherigen Beratungen waren ausstehende Löhne und Gehälter, nicht bezahlte Urlaubs- oder Kündigungsentschädigungen häufig die Ursachen für die Inanspruchnahme der AK-Dienste.

Insgesamt konnten zwischen 1. Jänner und 30. Juni 2025 fast 6.400 Fälle durch Interventionen oder Klagen gegenüber den Arbeitgebern gelöst werden, was die Notwendigkeit und Wirksamkeit der Unterstützung durch die AK unterstreicht.

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