Ausbildungszentren in Mittelkärnten: Innovative Ansätze zur Lehrlingsausbildung in St. Veit

Feber 3, 2026 07:27
Ausbildungszentren in Mittelkärnten: Innovative Ansätze zur Lehrlingsausbildung in St. Veit

Die Lehre hat sich in den letzten Jahren wieder deutlich gewandelt und bietet heutzutage eine vielfältige Auswahl an Lehrberufen. Besondere Beachtung finden dabei zentrale Ausbildungsstätten wie die Kelag und Flex im Bezirk St. Veit, die mit modernen Konzepten der Lehrlingsausbildung neue Maßstäbe setzen. Darüber berichtet Welt Stimme.

BEZIRK ST. VEIT. Die Kelag hat eine lange Tradition in der Lehrlingsausbildung. In den letzten 69 Jahren wurden ca. 1.800 Lehrlinge ausgebildet. „Von den 2.000 Mitarbeitern, die wir beschäftigen, wurden etwa 500 in unserer Lehrlingsschule ausgebildet“, erklärt Vorstand Danny Güthlein. „Das bedeutet, dass ein Viertel aller aktiven Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sozusagen homemade oder selfmade ist“, was insbesondere für die Nachhaltigkeit von hoher Bedeutung ist. „Wir kümmern uns um die eigenen Kompetenzen und Qualifikationen“, so Güthlein weiter, „und das bedeutet vor allem, nicht stehen zu bleiben.“

Neue Berufsfelder entstehen

Unter der Führung von Katharina Zimmerberger, Leiterin des Kelag Ausbildungscampus in St. Veit, wird die Ausbildung an neue Berufsanforderungen angepasst. Aktuell werden 126 Lehrlinge in 10 Ausbildungsberufen ausgebildet, und zum Herbst sollen 38 neue Lehrstellen für angehende Fachkräfte geschaffen werden. „Es ist der Dreh- und Angelpunkt aller Lehrlingsstimmen, die wir im Konzern haben“, erläutert Zimmerberger.

Wertvolle Praxiserfahrung

In Althofen gilt das Flex Ausbildungszentrum als Vorbild für innovative Lehrlingsausbildung. Ausbildungsleiter Roman Lobner hat das Projekt „Fachpraxis“ ins Leben gerufen, bei dem Lehrlinge mehrere Wochen in regionalen Partnerbetrieben arbeiten, um praktische Erfahrungen zu sammeln. Dies reicht vom Elektriker auf der Baustelle bis zum CNC-Techniker an der Fräsmaschine. „Die Teilnehmer erweitern sowohl ihr technisches Können als auch ihren beruflichen Horizont“, so Lobner.

In verschiedenen Betrieben

Die Möglichkeit, verschiedene Betriebe kennenzulernen, ist für die Lehrlinge von großem Wert. „Die Fachpraxis stärkt nicht nur ihr technisches Können, sondern auch ihr Selbstvertrauen und ihre Eigenständigkeit“, betont der Ausbildungsleiter. „Uns ist wichtig, dass junge Menschen nicht nur ausgebildet, sondern wirklich vorbereitet werden – fachlich wie persönlich.“

Selbst gebauter Flugsimulator

Ein Highlight in der Lehrlingsausbildung ist die Konstruktion eines voll funktionsfähigen Flugsimulators der Flex-Lehrlinge. Die Idee stammt von Ausbilder Rüdiger Voith, der den Microsoft Flugsimulator als digitale Grundlage vorschlug. Die Lehrlinge konstruierten ein Cockpit, das mit analogen Instrumenten und technischen Modulen ausgestattet ist, und arbeiteten monatelang an der Detailgenauigkeit dieses Projekts.

Unterschiedlichste Herausforderungen

Durch den Einsatz von 3D-Druck, selbst gefertigten Leiterplatten und Prototyping-Techniken entstand ein umfassendes System für alle notwendigen Fluginstrumente. Das Team meisterte zahlreiche technische Herausforderungen und konnte auf der Kärntner Lehrlingsmesse den detailgetreuen Flugsimulator der Öffentlichkeit präsentieren.

Technische Ausbildungsstätte

Aktuell bildet Flex in Althofen 59 eigene Lehrlinge sowie 27 für Partnerbetriebe aus. Rund ein Viertel dieser Lehrlinge sind Mädchen in technischen Berufen. Flex zählt zu den größten technischen Ausbildungsstätten in der Region und bietet eine breite Palette an Lehrberufen, einschließlich Elektronik, Mechatronik, Maschinenbautechnik, IT-Technik und Applikationsentwicklung – auch in Kombination mit der „Lehre mit Matura“.

Kommentar hinzufügen

Your email address will not be published.

ARGE ARAM bietet praxisnahe Workshops zur Stressbewältigung in Kötschach an
Vorheriger artikel

ARGE ARAM bietet praxisnahe Workshops zur Stressbewältigung in Kötschach an

Fachkräfte dringend benötigt: Gesundheitssektor in Braunau sucht 500 neue Mitarbeiter in den nächsten Jahren
Nächster artikel

Fachkräfte dringend benötigt: Gesundheitssektor in Braunau sucht 500 neue Mitarbeiter in den nächsten Jahren

Nicht verpassen