Mit dem offiziellen Baustart im Dezember setzt das Burgenland einen bedeutenden Schritt in der Betreuung schwerkranker und sterbender Menschen: In Oberpullendorf entsteht derzeit das erste stationäre Hospiz des Landes. Darüber berichtet Welt Stimme.
OBERPULLENDORF. Die neue Einrichtung mit zehn Betten soll bis Ende 2026 fertiggestellt werden und wird direkt neben dem bestehenden Pflegeheim der Sozialen Dienste Burgenland (SDB) errichtet. Auch der Betrieb des Hospizes wird künftig von der SDB übernommen.
Beim Baustellenbesuch sprach Soziallandesrat Leonhard Schneemann von einem historischen Meilenstein: „Mit dem Baustart setzen wir ein sichtbares Zeichen für Menschlichkeit und Würde in der letzten Lebensphase. Das erste stationäre Hospiz des Burgenlandes ist ein zentraler Bestandteil des Zukunftsplans Burgenland 2030. Bei der Hospiz- und Palliativversorgung haben wir uns die bestmögliche Versorgung und den konsequenten Ausbau zum Ziel gesetzt.“
Professionelle Begleitung
Die Bauarbeiten für das neue Hospiz laufen bereits auf Hochtouren. In den kommenden Monaten entsteht eine moderne Einrichtung, die schwer- und todkranken Menschen einen geschützten Raum bietet, wenn eine Betreuung zu Hause nicht mehr möglich ist. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur medizinische Versorgung, sondern auch menschliche Zuwendung, Begleitung und Würde in der letzten Lebensphase.
„Die Hospizversorgung wurde im Burgenland auf völlig neue Beine gestellt und wird nun mit dem stationären Hospiz in Oberpullendorf entscheidend erweitert. Dieser Baustart zeigt klar, dass wir die Menschen in ihrer schwierigsten Lebensphase nicht allein lassen“, betont Schneemann.
Mobile Hospizteams als Grundlage
Bereits 2025 wurde mit dem flächendeckenden Aufbau mobiler Hospizteams in allen sieben Bezirken ein wesentlicher Grundstein für eine umfassende Hospiz- und Palliativversorgung gelegt. Speziell ausgebildete Ehrenamtliche begleiten dabei Patientinnen und Patienten auf ihrem letzten Weg und unterstützen ebenso deren Angehörige und Trauernde. Die Begleitung umfasst psychosoziale, spirituelle und seelsorgerische Unterstützung – Pflegeleistungen sind nicht Teil des Angebots.
In jedem Bezirk gibt es eine hauptamtliche Koordinationsstelle, die den Einsatz der Ehrenamtlichen organisiert. Die Trägerschaft der mobilen Teams ist regional unterschiedlich geregelt:
- Neusiedl am See, Eisenstadt-Umgebung und Mattersburg: Rotes Kreuz Burgenland
- Oberpullendorf, Güssing und Jennersdorf: Soziale Dienste Burgenland
- Oberwart: Diakonie Burgenland
Flächendeckende Versorgung
Mit der Kombination aus mobilen Hospizdiensten und dem nun entstehenden stationären Hospiz verfolgt das Burgenland ein klares Ziel: eine flächendeckende, hochwertige Hospiz- und Palliativversorgung für alle Regionen des Landes.
„Mit dem Baustart des stationären Hospizes und den bereits etablierten mobilen Teams schaffen wir ein umfassendes Angebot für das gesamte Burgenland. Unser Ziel ist es, den Menschen ein würdevolles und selbstbestimmtes Leben bis zum Tod zu ermöglichen“, so Soziallandesrat Schneemann abschließend.


