Billigfluggesellschaften Wizz Air und Ryanair reduzieren Flüge ab Wien – negative Auswirkungen erwartet

September 18, 2025 07:42
Billigfluggesellschaften Wizz Air und Ryanair reduzieren Flüge ab Wien – negative Auswirkungen erwartet

Der Flughafen Wien-Schwechat rechnet nach den jüngsten Entscheidungen von Wizz Air und Ryanair mit negativen Auswirkungen auf die Passagierentwicklung im kommenden Jahr. Das Mobilitätsministerium, welches von Ryanair-CEO O’Leary als für „schädliche Luftverkehrssteuern“ verantwortlich kritisiert wird, nimmt die Entscheidungen zur Kenntnis. Darüber berichtet Welt Stimme.

WIEN/SCHWECHAT. Innerhalb einer Woche gab es zwei entscheidende Ankündigungen von Billigfluggesellschaften, die Flüge nach Wien anbieten. Am 10. September kündigte die ungarische Fluggesellschaft Wizz Air an, mehrere Flüge ab Ende Oktober einzustellen und den Standort Wien im März 2026 vollständig zu schließen. Diese Woche bestätigte das irische Unternehmen Ryanair, dass es die Anzahl der Flüge reduzieren wird, indem drei von insgesamt 19 in Wien stationierten Flugzeugen abgezogen werden.

Beide Fluggesellschaften konkurrieren stark, eint sie jedoch die Kritik an hohen Flughafengebühren und Steuern. Wizz Air erklärte, dass die Gebühren und Steuern seit der Eröffnung der Basis in Wien im Jahr 2018 „erheblich gestiegen“ seien. Ryanair-CEO Michael O’Leary kritisierte die „absurd hohen Zugangskosten“ und die österreichischen Luftverkehrssteuern. Ryanair fordert vom Flughafen Wien-Schwechat, die Gebühren zu senken, um weiteres Wachstum zu fördern.

Das Mobilitätsministerium sowie der Flughafen wurden um eine Stellungnahme zu den Entscheidungen der beiden Unternehmen gebeten und gefragt, ob eine Senkung der Gebühren oder Steuern in Aussicht steht. Zunächst ist es wichtig zu erklären, wie die Flughafenentgelte festgelegt werden. Das Ministerium agiert im Rahmen, der durch europäisches und österreichisches Recht festgelegt ist.

BMIMI: Flugabgabe bringt 170 Millionen Euro

Die Entgelte für den Flughafen sind an den Verbraucherpreisindex (VPI) sowie an das Verkehrswachstum gekoppelt. Höhere Inflation führt zu höheren Gebühren, während steigende Passagierzahlen diese senken können. Während der Corona-Pandemie wurde eine Übergangsregelung zur Stabilisierung der Entgelte geschaffen, die die Verkehrszahlen in dieser Zeit unberücksichtigt ließ, was die Gebühren nicht absenkte, erklärt ein Sprecher.

Mit dem Ende der Corona-Sonderregelung im Jahr 2026 und einer angemessenen Erholung der Verkehrszahlen könnte eine Gebührensenkung möglich sein. Gesetzlich besteht ein erlaubter Höchstwert bei den Gebühren, und Flughäfen können niedrigere Entgelte erheben. Laut BMIMI liegen die Flugabgaben im europäischen Vergleich „im mittleren bis unteren Bereich“ und generieren jährlich etwa 170 Millionen Euro.

Die neuesten Schritte von Wizz Air und Ryanair werden zur Kenntnis genommen. Für die Bundesregierung hat ein „starker österreichischer Luftfahrtstandort“ hohe Priorität. Das Ministerium von Peter Hanke (SPÖ) arbeitet eng mit Luftfahrt-Stakeholdern wie Airlines und Flughäfen zusammen.

Flughafen erwartet negative Auswirkungen

Der Flughafen Wien bedauert die Entscheidungen von Wizz Air und Ryanair und bezeichnet diese als „sehr bedauerlich“ für die Mitarbeitenden und Passagiere, mit möglichen negativen Folgen für das Passagieraufkommen. Ein Sprecher erklärt, dass dies ein weiterer Beleg für die Dringlichkeit ist, die Flugabgabe abzuschaffen oder zu reduzieren.

Ab dem 1. Januar 2026 sollen die Entgelte um bis zu fünf Prozent sinken. Aktuell belasten Fluglinien in Österreich eine staatliche Flugabgabe von 12 Euro pro Passagier, was im Durchschnitt etwa ein Drittel der Kosten pro Passagier bei Airlines ausmacht. Im Gegensatz dazu existieren solche zusätzlichen Belastungen in vielen anderen Ländern Europas und stark wachsenden Luftfahrtmärkten wie Asien, dem Nahen und Mittleren Osten sowie Indien nicht. Der Flughafen Wien spricht sich seit geraumer Zeit für die Abschaffung oder mindestens eine Reduktion der Flugabgabe aus.

Die Entscheidungen der genannten Airlines werden die Passagierentwicklung im kommenden Jahr „negativ belasten“, so die Forderung nach einem Effizienz- und Kostensenkungsprogramm, um die Auswirkungen abzufedern.

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