Das Alten- und Pflegeheim Haus Sebastian in Axams geht neue Wege und bildet nun einen Pflegeassistenz-Lehrling aus.
AXAMS. Angesichts des akuten Personalmangels in der Pflegebranche setzt das Alten- und Pflegeheim Haus Sebastian auf die Ausbildung von Pflegeassistenten. Der 15-jährige Matthias Mair ist der erste Lehrling, der zu Beginn dieses Jahres seine Ausbildung im Heim aufgenommen hat und mittlerweile fest ins Team integriert ist. Darüber berichtet Welt Stimme.
Der Mensch im Mittelpunkt
Matthias Mair befindet sich im ersten Jahr seiner dreijährigen Ausbildung. Schon früh war ihm klar, dass er einen Beruf wählen möchte, der den Menschen in den Mittelpunkt stellt.
„In der Pflege erlebe ich jeden Tag, wie wertvoll es ist, anderen Menschen im Alltag zu helfen und ihnen ein Stück Lebensqualität zu geben. Die Pflegelehre bietet mir eine spannende Kombination aus praktischer Erfahrung und fachlichem Wissen. Ich freue mich, diesen Weg im Haus Sebastian gehen zu dürfen und bin stolz, Teil eines Berufsfeldes zu sein, das so viel Verantwortung und Sinn in sich trägt“,
erklärt Matthias stolz. Seine Motivation für diesen Beruf entdeckte er durch seine Mutter, die ebenfalls Pflegeassistentin ist.
Das Gefühl des Miteinanders und gegenseitigen Unterstützens erlebt Matthias nicht nur in seiner Familie, sondern auch unter den Mitarbeitenden im Haus Sebastian: „Besonders bereichernd finde ich die enge Zusammenarbeit im Team – jede und jeder bringt seine Stärken ein, und gemeinsam schaffen wir es, die Bewohnerinnen und Bewohner bestmöglich zu betreuen. Natürlich gibt es auch herausfordernde Momente, aber gerade diese lassen mich persönlich wachsen und meinen Beruf mit noch mehr Leidenschaft ausüben.“
Höhen und Tiefen
Im Rahmen seiner Ausbildung ist Matthias derzeit für die hygienische Versorgung und die Vorbereitung der Zimmer verantwortlich. Zudem darf er anderen Pflegekräften über die Schulter schauen, Diagnosen besprechen und gemeinsam Aktivitäten mit den Bewohnerinnen und Bewohnern durchführen. Direkte Pflegehandlungen, wie das Waschen der Patienten, sind ihm jedoch noch nicht erlaubt. „Das darf man erst ab 17 Jahren, also im 3. Lehrjahr“, erklärt Sandra Chizzali, die Pflegedienstleitung im Haus Sebastian.
Die Einschränkungen sieht Chizzali als Herausforderungen für den neuen Lehrberuf: „Ich betrachte die Pflegelehre als Möglichkeit, mehr Menschen für diesen Beruf zu gewinnen. Es wäre jedoch von Vorteil, wenn die Lehrlinge früher praktische Erfahrungen im Umgang mit Patienten sammeln dürften. So würden die Lehrlinge die für den Pflegeberuf erforderlichen Fähigkeiten erwerben. Nur durch Zusehen allein wird man kein Pflegeprofi.“ Auch für das Team stellt dies eine Umstellung dar: „Normalerweise arbeiten wir mit Schülerinnen und Schülern von Pflegeschulen, die bereits praktische Erfahrungen gesammelt haben und unkompliziert in den Pflegealltag integriert werden können. Bei Matthias mussten wir ganz von vorne anfangen und sämtliche Abläufe erklären“, so Chizzali.
Fundierte Ausbildung
Trotz der begrenzten praktischen Erfahrungen in den ersten Lehrjahren erweitert Matthias kontinuierlich sein fachliches Wissen. Dies liegt auch an der begleitenden Ausbildung in der Berufsschule, in welcher er das sogenannte UBV-Modul (Unterstützung bei der Basisversorgung) besucht, um die Grundlagen einer guten Pflege kennenzulernen. Chizzali merkt an, dass 20 Prozent des theoretischen Wissens in der Schule und 80 Prozent im Betrieb vermittelt werden. Der enge Austausch zwischen dem Haus Sebastian und einem Heim in Matrei ermöglicht abwechselnde Unterrichte für die Pflegelehrlinge an beiden Standorten. Ein wöchentlicher Austausch zwischen Matthias und Sandra Chizzali sichert zudem die passende Unterstützung für den Lehrling in Bezug auf seine Wünsche und Bedürfnisse.
Positiv in die Zukunft
Matthias wird von den Bewohnerinnen und Bewohnern des Heims sehr gut angenommen, was auf das große Potenzial der Pflegelehre hinweist. Das Interesse an der Ausbildung ist hoch, wie die zahlreichen Bewerbungen während der ursprünglichen Ausschreibung des Haus Sebastian zeigen. Chizzali plant, den ersten Lehrlingsdurchgang mit Matthias sorgfältig zu evaluieren, um eventuell zukünftig weitere Lehrlinge aufnehmen zu können. Klar ist jedoch, dass das Alten- und Pflegeheim nur einen Lehrling während seiner gesamten Ausbildungszeit begleiten möchte, um weder das bereits knappe Personal zu überlasten noch dem Lehrling nicht genügend Aufmerksamkeit zu schenken.


