Im Jahr 2025 ist die Bedeutung von Nachhaltigkeit für österreichische Unternehmen leicht gesunken. Dennoch haben fast drei Viertel der Firmen weiterhin Ziele zur Reduktion von Treibhausgasemissionen formuliert. Herausforderungen wie finanzielle Beschränkungen und fehlende Ressourcen stehen dabei im Vordergrund. Darüber berichtet Welt Stimme.
Eine aktuelle Analyse des EY Sustainability Barometers 2025 zeigt, dass Klimaschutz und Nachhaltigkeit nur noch in zehn Prozent der Unternehmen als „stark“ das Handeln beeinflussen. Im Vorjahr waren es noch 23 Prozent. Ein Drittel der Betriebe gibt an, dass Umweltaspekte in Entscheidungsprozessen nur eine untergeordnete oder gar keine Rolle spielen. Je größer das Unternehmen, desto stärker der Einfluss von Nachhalitigkeitsthemen: 29 Prozent der Konsumgüterhersteller bewerten Nachhaltigkeit sehr hoch, während dies in der Bauindustrie nur bei fünf Prozent der Fall ist.
Nachhaltigkeit bleibt Chefsache
Die Steuerung in puncto Nachhaltigkeit bleibt stark hierarchisch geprägt. Bei 92 Prozent der Unternehmen gelten die Vorgaben des Hauptsitzes als wichtigste Einflussgröße, gefolgt von der persönlichen Überzeugung der Entscheidungsträger (80 Prozent) und gesetzlichen Vorgaben (79 Prozent). Knapp die Hälfte der Unternehmen (47 Prozent) hat die Verantwortung für Nachhaltigkeit direkt beim Vorstand oder der Geschäftsführung angesiedelt, ein Anstieg gegenüber 2024 (34 Prozent).
Die Anzahl eigener Abteilungen für Nachhaltigkeit ist von 38 Prozent im Vorjahr auf 22 Prozent im Jahr 2025 gesunken. Stattdessen entstehen vermehrt Einzelstellen, die sich speziellen ESG-Themen widmen. Weiterbildung, Coaching und Kommunikation sind die bevorzugten Maßnahmen zur Förderung der ESG-Kultur, insbesondere in kleineren Unternehmen. Anreizsysteme für nachhaltiges Verhalten spielen mit 24 Prozent momentan nur eine untergeordnete Rolle.
Ziele klar, Umsetzung schwierig
73 Prozent der Unternehmen haben ein Ziel zur Reduktion von Treibhausgasemissionen definiert, was einen Anstieg um neun Prozent im Vergleich zu 2024 ausmacht. Dabei liegt der Fokus vor allem auf der Reduktion absoluter Emissionen (40 Prozent) und der Treibhausgasintensität (13 Prozent). Deutliche Branchenunterschiede zeigen sich: 79 Prozent der Firmen im Automobil- und Logistiksektor planen eine Reduzierung, während im Bau- und Immobilienbereich nur 57 Prozent dies tun.
Trotz klarer Ziele sind ambitionierte Klimaziele, wie die Ausrichtung am 1,5-Grad-Ziel, weitgehend in die Zukunft verschoben. Lediglich zwei Prozent der Unternehmen haben ein solches Ziel für 2025 formuliert; im Jahr 2024 waren es noch 30 Prozent. Die größten Herausforderungen bei der Umsetzung sind finanzielle Restriktionen und die Integration von Maßnahmen in bestehende Prozesse.
Auswirkungen der EU-Omnibus-Verordnung
Die EU-Omnibus-Verordnung, die im April 2025 in Kraft trat, hat die Nachhaltigkeitsberichterstattung teilweise verändert: 63 Prozent der Unternehmen geben an, dass sie ihr Handeln dadurch nicht angepasst haben, während 36 Prozent ihre Aktivitäten reduziert haben. Besonders betroffen sind Bau- und Automobilunternehmen, in denen jeweils fast die Hälfte Anpassungen vorgenommen hat.
Die Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten bleibt ressourcenintensiv: 46 Prozent der Unternehmen sehen hierin die größte Hürde, insbesondere bei der Datenerhebung (67 Prozent).


