Die diesjährige „Jobtour“ führte Arbeiterkammer-Präsident Gerhard Michalitsch unter anderem in die Deichmann-Filiale in Stoob Süd. Frühmorgens um 6 Uhr stand er gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Verkaufsraum, um eine Lieferung in Empfang zu nehmen, Kartons zu schleppen und Regale umzuräumen. Darüber berichtet Welt Stimme.
STOOB. Michalitsch betonte, dass dieser Einsatz spannende Einblicke in die Handelsbranche ermöglicht habe. Das gut funktionierende Betriebsklima habe dabei die Zusammenarbeit der Angestellten gefördert. Der Tag habe zudem die Vielseitigkeit und die Herausforderungen der Arbeit im Schuhhandel verdeutlicht.
Deichmann: Größter Schuhhändler Europas
Das Familienunternehmen Deichmann ist seit 1992 in Österreich vertreten und beschäftigt im Burgenland derzeit 49 Angestellte sowie fünf Lehrlinge. Der Schuhhändler vertraut auf ein Umsatzplus von 6 Prozent und blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2024 zurück, in dem 9,13 Millionen Paar Schuhe über die Ladentische gingen. „Das ist sehr erfreulich. Umso wichtiger ist es, die Kaufkraft zu stärken und so den Handel zu beleben. Sonst drohen weitere Konsolidierungen, wie wir sie bereits erleben mussten“, betonte Michalitsch.
Herausforderungen im Handel
Den Herausforderungen des Handels steht das positive Geschäftsergebnis gegenüber, das sich auch im Arbeitsklima widerspiegelt. Laut dem aktuellen Arbeitsklimaindex der AK bewerten Handelsangestellte die wirtschaftliche Entwicklung zunehmend negativ – der Index sank von 2023 auf 2024 um fünf Punkte. Zudem sind viele Beschäftigte in der Branche regelmäßig Diskriminierung seitens Kund:innen ausgesetzt. Eine Befragung der Gewerkschaft GPA zeigt, dass nahezu jede zweite Angestellte bereits Fälle von Gewalt am Arbeitsplatz erlebt hat, während 40 Prozent der Frauen über anstößige oder diskriminierende Witze berichteten.
Ein Ende der Hetze gegen Teilzeit
Trotz dieser Herausforderungen äußern viele Beschäftigte im Handel den Wunsch nach einer erhöhten Arbeitszeit: 36 Prozent, überwiegend Frauen, streben danach, mehr Stunden zu arbeiten. „Wir fordern das Recht auf Vollzeit und ein Ende der Hetze gegen Teilzeit“, unterstrich Michalitsch.


