Die heimische Bauernschaft blickt zwiegespalten auf die Herbsternte 2025. Während die Erträge wegen des Wetters gestiegen sind, können die Weltmarktpreise nicht mit den wachsenden Betriebskosten in Österreich mithalten. Laut der Landwirtschaftskammer OÖ (LWK OÖ) stehen die Deckungsbeiträge für flächenstarke Kulturen wie Getreide „massiv unter Druck“. Darüber berichtet Welt Stimme.
Die Erträge bei der Herbsternte 2025 fallen insgesamt positiv aus. Der Körnermais verzeichnet ein Plus von elf Prozent auf 621.500 Tonnen. Bei Sojabohnen beträgt das Plus 19 Prozent, was insgesamt 78.000 Tonnen ergibt. Auch die Ernte von Ölkürbissen ist um 16 Prozent auf 1.843 Tonnen gestiegen. Lediglich bei den Zuckerrüben gibt es einen Rückgang von 29 Prozent auf 543.000 Tonnen, was auf eine stärkere Konzentration bei Agrana und eine Reduktion der Kontraktflächen zurückgeführt wird.
„Debatte über Lebensmittelpreise schädlich für Landwirte“
Trotz der gestiegenen Ernteerträge sinken jedoch seit Jahren die Preise, die die Bauern für ihre Produkte erhalten. Der Preis pro Tonne Weizen liegt in diesem Jahr bei 190 Euro und ist damit niedriger als vor Beginn der Corona-Krise im Jahr 2020. Gleichzeitig haben die Betriebsmittelpreise in den letzten Jahren erheblich zugenommen, so die Landwirtschaftskammer. LWK OÖ-Präsident Franz Waldenberger betont: „Die in den letzten Jahren festgestellte Preissteigerung bei Brot, Gebäck, Nudeln und Backwaren kann somit in keinem Zusammenhang mit dem Getreidepreis stehen.“ Er warnt auch, dass die laufende Diskussion über hohe Lebensmittelpreise „schädlich für die Landwirtschaft“ sei, da die Preissteigerungen im Handel vielmehr durch gestiegene Löhne und Energiekosten verursacht worden seien.
Die Landwirtschaftskammer appelliert an die Ackerbauern, die derzeitige Talsohle durchzuhalten. Es besteht die Hoffnung, dass die Reduzierung der Ukraine-Importquote im kommenden Jahr zu einer Entspannung der Lage führen könnte. Waldenberger fordert die heimischen Betriebe auf, verstärkt Kooperationen mit der heimischen Verarbeitungsindustrie sowie regionalen Mühlen und Mischfutterwerken zu suchen.


