Die Industriellenvereinigung (IV) hat am Freitag ein Reformpaket für die Wirtschaftskammer Österreich (WKO) präsentiert, mit dem Ziel, die Organisation effizienter, moderner und zukunftsorientierter zu gestalten. Diese Maßnahmen sollen Unternehmen finanziell entlasten und die Strukturen der Kammer modernisieren. Darüber berichtet Welt Stimme.
ÖSTERREICH. Auch nach dem Rücktritt von Harald Mahrer am Donnerstag bleibt die Wirtschaftskammer (WKO) im Mittelpunkt hitziger Debatten. In den vergangenen Wochen standen nicht nur die WKO-Gehälter, sondern auch die Kammerumlage und eine umfassende Reform der Kammer im Fokus der Diskussionen. Die IV sieht in diesen Reformen den notwendigen Schritt hin zu einer „modernen Unternehmerkammer“.
Die aktuelle wirtschaftliche Lage bezeichnet IV-Präsident Georg Knill als ernst und spricht von einem institutionellen Wendepunkt. „Es ist Zeit für strukturelle Reformschritte, die die Weichen für eine moderne und zukunftsorientierte Wirtschaftskammer stellen“, wird Knill zitiert. Ein „Weiter wie bisher“ sei nicht länger tragbar, da Österreich mit stagnierenden Wirtschaftsleistungen, hohen Standortkosten und einer geringen Investitionsbereitschaft konfrontiert sei. Knill betont: „Österreichs Betriebe brauchen eine schlagkräftige und verlässliche Interessensvertretung, die ihnen in dieser schwierigen Phase tatsächlich Luft verschafft.“
Finanzielle Entlastung als Hauptziel
Zentraler Bestandteil des Reformpakets ist die finanzielle Entlastung der Unternehmen. Die IV schlägt vor, die Kammerumlagen schrittweise bis 2029 zu senken: Ab 2025 sollen die Beträge eingefroren werden, ab 2027 eine jährliche Reduzierung der Umlagen 1 und 2 um jeweils 10 Prozent erfolgen, was bis 2029 eine Gesamtersparnis von 30 Prozent auf Basis der Beitragseinkommen von 2025 bedeutet. Zudem soll eine neue, unbürokratische Bemessungsgrundlage eingeführt werden, die die tatsächliche Leistungsfähigkeit der Betriebe besser widerspiegelt und Verzerrungen des aktuellen Systems vermeidet.
Strukturreformen der Kammer
Zusätzlich zu den finanziellen Maßnahmen fordert die IV eine Modernisierung der Kammerstrukturen. Hierzu zählt die Evaluierung des Wahlrechts, eine Reform der föderalen Strukturen sowie eine stärkere Einbindung beitragsstarker Mitglieder. Diese Reformen sollen die Governance verbessern, die Transparenz erhöhen und die Effizienz der Wirtschaftskammer steigern.
Knill schließt mit den Worten: „Gerade in Zeiten wirtschaftlicher Stagnation darf kein Raum für Stillstand bleiben. Die Wirtschaft braucht eine starke Unternehmerkammer, die die Interessen der Betriebe bestmöglich vertritt und die Zukunft aktiv gestaltet.“


