Inflation in Österreich steigt 2025 auf 3,6 Prozent vor allem durch hohe Energiepreise

Jänner 19, 2026 20:27
Inflation in Österreich steigt 2025 auf 3,6 Prozent vor allem durch hohe Energiepreise

Im Jahr 2025 blieb das Preisniveau in Österreich trotz rückläufiger Inflation deutlich erhöht, mit einer Teuerung von 3,6 Prozent, die hauptsächlich durch das Ende von Energieentlastungen und steigende Kosten für Wohnen und Lebensmittel bedingt war. Darüber berichtet Welt Stimme.

Die Inflationsrate in Österreich stieg im Jahr 2025 auf einen Jahresdurchschnitt von 3,6 Prozent, was einen Anstieg im Vergleich zu 2024 (2,9 Prozent) darstellt, jedoch unter dem Höchststand von 7,8 Prozent im Jahr 2023 bleibt. Laut Statistik Austria ist dies der höchste Jahresdurchschnitt seit 1993 nach einer Phase stark erhöhter Inflation zwischen 2022 und 2024.

Im Verlauf des Jahres war ein wechselhaftes Bild zu beobachten: Die Inflation lag im Januar noch bei 3,2 Prozent, fiel bis Mai auf 2,9 Prozent, stieg jedoch im Sommer wieder an und erreichte im August mit 4,1 Prozent ihren Höchststand. Erst im Dezember fiel die Teuerung auf 3,8 Prozent und damit wieder unter die Vier-Prozent-Marke.

Inflation höher als Euroraum-Durchschnitt

Statistik Austria berichtet, dass die Inflation in Österreich 2025 signifikant über dem Wert nahezu aller anderen Euroraumländer lag. Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin der Statistik Austria, erklärte: „Angeheizt wurde die Teuerung insbesondere durch höhere Strompreise infolge des Endes der Strompreisbremse.“

Die Nahrungsmittelpreise stiegen markant an, während die Preise in der Gastronomie weniger stark anstiegen, jedoch auf hohem Niveau blieben. Sinkende Treibstoffpreise wirkten preisdämpfend auf die allgemeine Teuerung.

Wohnen, Wasser und Energie als Haupttreiber

Der größte inflationäre Druck kam im Jahr 2025 aus dem Bereich Wohnen, Wasser und Energie, wo die Preise um 5,7 Prozent stiegen – fast dreimal so stark wie im Jahr 2024. Die Haushaltsenergie verteuerte sich um 11,1 Prozent, nachdem sie im Vorjahr deutlich günstiger geworden war. Verursacht wurden diese steigenden Kosten hauptsächlich durch massive Anstiege bei den Strompreisen, die im Jahresdurchschnitt um 37,3 Prozent zulegten.

Zu Beginn des Jahres 2025 fielen mehrere staatliche Entlastungsmaßnahmen, wie die Strompreisbremse und Zuschüsse für Haushalte, weg. Gleichzeitig wurden Netzentgelte und Abgaben erhöht und Förderbeiträge für erneuerbare Energien wieder eingeführt. Gas-, Fernwärme- und feste Brennstoffpreise hatten zwar weiterhin eine preisdämpfende Wirkung, jedoch deutlich schwächer als im Jahr zuvor.

Die Mietpreise stiegen um 4,3 Prozent und damit weniger stark als 2024, während der Preisdruck bei der Instandhaltung von Wohnungen spürbar nachließ.

Gastronomie bleibt teuer, Lebensmittel ziehen an

Die Preise in Restaurants und Hotels erhöhten sich 2025 um 5,8 Prozent und lagen damit über der allgemeinen Inflationsrate, jedoch unter dem Vorjahreswert von 7,0 Prozent. Sowohl Bewirtungs- als auch Beherbergungsdienstleistungen verteuerten sich moderater als 2024.

Im Bereich Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke stiegen die Preise um 3,7 Prozent, wobei insbesondere Milch, Käse, Eier und Fleisch teurer wurden. Demgegenüber sanken die Preise für Öle und Fette. Der Preisanstieg bei alkoholfreien Getränken war ebenfalls markant, insbesondere bei Kaffee, dessen Preis um nahezu 20 Prozent anstieg.

Auch im Bereich Freizeit und Kultur nahm die Preissteigerung zu, die Preise stiegen um 3,4 Prozent, vor allem bedingt durch teurere Freizeit- und Kulturdienstleistungen sowie höhere Preise für Pauschalreisen.

Im Gegensatz dazu blieb der Verkehr unter der Gesamtinflation. Während die Preise für gebrauchte Autos merklich anstiegen, wirkten sinkende Treibstoffpreise stärker preisdämpfend als im Vorjahr, wodurch die Preise für neue Pkw nahezu stagnierten.

Alltagseinkäufe unterschiedlich betroffen

Der sogenannte Mikrowarenkorb, der den täglichen Einkauf abbildet, verteuerte sich 2025 um 3,8 Prozent, was über der Gesamtinflation liegt. Der Miniwarenkorb für den wöchentlichen Einkauf stieg hingegen nur um 2,7 Prozent. Der harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) betrug ebenfalls 3,6 Prozent und damit auf dem gleichen Niveau wie der nationale Verbraucherpreisindex. Der HVPI zu konstanten Steuersätzen fiel mit 3,3 Prozent jedoch niedriger aus, was zeigt, dass Steuererhöhungen, unter anderem bei Tabak, spürbar zur Inflation beitrugen.

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