Fabrizio Olmeda, Physiker am Institute of Science and Technology Austria (ISTA), wurde mit dem „Ig Nobelpreis“ in der Kategorie „Physik“ für seine Forschung zur perfekten Zubereitung von Cacio e pepe ausgezeichnet. Darüber berichtet Welt Stimme.
KLOSTERNEUBURG. Der „Ig Nobelpreis“ ehrt unerwartete wissenschaftliche Leistungen, die zunächst zum Lachen und dann zum Nachdenken anregen. Olmeda, zusammen mit einem Team italienischer Forscher vom Max-Planck-Institut in Dresden, der Universität Padua und der Universität Barcelona, erforschte die optimale Rezeptur für Cacio e pepe, ein italienisches Pasta-Gericht, das oft misslingt.
Die Auszeichnung fand am Donnerstagabend (Ortszeit, 18. September) in Boston, USA, statt. Der Ig Nobelpreis zielt darauf ab, das Ungewöhnliche und Fantastische zu feiern, um die Faszination für Wissenschaft, Medizin und Technik zu steigern. Olmeda wählte das Gebiet der statistischen Physik in komplexen Systemen, was ihm erlaubte, theoretische Physik auf unterschiedliche Disziplinen anzuwenden. „Mein Antrieb wird immer darin bestehen, Phänomene zu untersuchen, die mich faszinieren, auch wenn sie außerhalb meines Fachgebiets, der Physik der Einzelzell-Genomik, liegen“, äußerte der frisch gebackene Preisträger. Er fügte hinzu: „Es kann vorteilhaft sein, sich Zeit zu nehmen, um Ungewöhnliches zu erforschen. Diese Auszeichnung spiegelt die Idee wider, dass ernsthafte Forschung auch Spaß machen kann.“
Spaß an der Sache
Martin Hetzer, Präsident des ISTA, betonte: „Mir hat ein Mentor einmal gesagt: Solange du Spaß an der Sache hast, machst du es richtig. Der Ig Nobelpreis ist eine wunderbare Auszeichnung dieses Credos. Die Frage nach der perfekten Zubereitung einer Cacio e Pepe Pasta klingt zunächst lustig, doch solche neugiergetriebene Forschung führt zu kreativen, nachhaltigen und präzisen Erkenntnissen, die unsere Welt verbessern können – sei es durch Innovationen oder im Kleinen am Teller.“
Das „perfekte“ Rezept
Das Team veröffentlichte ihre Ergebnisse im wissenschaftlichen Fachjournal Physics of Fluids. In ihrer Studie wurde klar, dass die gängigen Zutaten – Pecorino, Nudelwasser, Pfeffer und Nudeln – oft zu einer klumpigen, mozzarella-ähnlichen Sauce führen. Dies geschieht, weil die Stärke im Nudelwasser nicht ausreicht, um die Sauce zu emulgieren und stabil zu halten. Einen entscheidenden Fehler begünstigt das Erhitzen über 65 Grad Celsius, wodurch die Käseproteine denaturieren und verklumpen.
Die Forscher fanden heraus, dass die passende Menge Stärke der Schlüssel zur perfekten Sauce ist. Indem man 2–3 Prozent der Käsemasse als Stärkemehl ins Wasser rührt, bis es klar und dicklich wird, kann man eine Emulsion schaffen. Diese Mischung muss dann bei niedriger Temperatur mit dem Käse kombiniert werden, bevor Pfeffer hinzugefügt und die Nudeln in der Pfanne vermengt werden.
Zutaten:
- 4 g Stärke (Kartoffel- oder Maisstärke)
- 40 ml Wasser (zum Anrühren der Stärke)
- 160 g Pecorino Romano
- 240 g Pasta (idealerweise Tonnarelli)
- Pastakochwasser
- Schwarzer Pfeffer und Salz (nach Geschmack)
VISTA-Festival ab 3. Oktober
Die Forschungsfrage zur perfekten Pasta ist nur eines von vielen Themen, die am ISTA in Klosterneuburg von über 90 Forscher:innen aus rund 80 Ländern untersucht werden. Besucher:innen können bald mehr über die preisgekrönte Pasta-Forschung erfahren. Das VISTA Science Experience Center wird vom 3. bis 5. Oktober 2025 mit einem Festival eröffnet, Eintritt frei.


