Kostenaufstellung für 40 Millionen Euro Mistplatz in der Innstraße bleibt unklar

November 28, 2025 08:11
Kostenaufstellung für 40 Millionen Euro Mistplatz in der Innstraße bleibt unklar

Die angekündigten Kosten für den neuen Mistplatz in der Innstraße sorgen für große Verwirrung. Laut Schätzungen kann das Projekt bis zu 40 Millionen Euro kosten, während die zuständige MA48 auf Anfrage keine detaillierte Kostenaufstellung liefern konnte. Die Bezirksvorsteher der Bezirke 2 und 20 äußern unterschiedliche Meinungen dazu, während eine Petition sich entschieden gegen den vorgesehenen Standort ausspricht. Darüber berichtet Welt Stimme.

WIEN/LEOPOLDSTADT/BRIGITTENAU. Die Ankündigung, dass der neue Mistplatz in der Innstraße insgesamt bis zu 40 Millionen Euro kosten soll, hat sowohl die Öffentlichkeit als auch die Politik überrascht. Die zuständige Abteilung für Abfallwirtschaft, MA48, wurde von MeinBezirk um eine Erklärung zur Kostenstruktur gebeten, reichte jedoch lediglich eine allgemeine Komponentenliste ein.

Geschätzte Kosten

Die hohen Kosten sind unter anderem auf den Grundstücksankauf von den ÖBB, den Bau von Unterkünften für 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie erforderliche Infrastrukturen wie eine E-Tankstelle, Winterdiensteinrichtungen, Schallschutzmaßnahmen und die Anbindung an erneuerbare Energiequellen zurückzuführen. Zudem ist ein Multifunktionsraum geplant, der für Reparaturcafés und Schulungen genutzt werden soll.

Die MA48 betont, dass es sich lediglich um geschätzte Kosten handelt, die auf Erfahrungswerten basieren. Mit dem Antrag auf rund 40 Millionen Euro soll ein finanzieller Spielraum geschaffen werden, um zukünftige unerwartete Kosten zu vermeiden.

Streitpunkt Standort

Ein zentraler Streitpunkt bleibt der gewählte Standort. Kilian Stark, Planungssprecher der Grünen, äußert: „Anstatt den bewährten Standort in der Dresdner Straße zu adaptieren, soll nun auf einer hochwertigen Fläche bei der Freien Mitte ein völlig neuer, autozentrierter Mistplatz entstehen.“

Eine Sprecherin der MA48 erklärt, dass verschiedene Standorte in beiden Bezirken geprüft wurden. Der Standort Innstraße 8–14 sei der einzige, der den spezifischen Anforderungen eines modernen Mistplatzes entspreche. Eine Sanierung des alten Mistplatzes in der Dresdner Straße sei wegen unsicherer Betriebsbedingungen nicht möglich gewesen. Die Verkehrsbedingungen auf der Dresdner Straße seien ungeeignet für eine solche Einrichtung.

Die Widmung der Fläche in der Innstraße zur Verwendung als Müllplatz steht laut MA48 im Zuge der Planung noch aus. Die Grünen und die FPÖ fordern im Gemeinderat mehr Transparenz von Seiten der Stadt.

Infoevent soll Klarheit bringen

Eine Klärung wird laut Aussagen der MA48 nicht vor Januar 2026 erwartet. An zwei Terminen, dem 13. und 20. Januar, sollen Informationsveranstaltungen für die Bewohner der Leopoldstadt stattfinden.

Der Bezirksvorsteher Alexander Nikolai (SPÖ) ist optimistisch und erwartet mehr Klarheit: „Im Januar finden zwei Bürgerversammlungen statt, bei denen die Bewohnerinnen und Bewohner ihre Anliegen einbringen können. Die zuständigen Dienststellen werden dabei Klarheit zum Mistplatz bringen.“

In der Brigittenau zeigt man sich hingegen zufrieden, einen Standort gefunden zu haben. Bezirkschefin Christine Dubravac-Widholm (SPÖ) betont das Bedürfnis der Anwohner nach einem Mistplatz: „In Gesprächen mit Bürgerinnen und Bürgern erfahre ich seit geraumer Zeit, wie schmerzlich die Brigittenauerinnen und Brigittenauer einen Mistplatz vermissen.“

Petition gegen den Mistplatz

Eine Petition spricht sich entschieden gegen den Mistplatz in der Innstraße aus. Der Standort würde das „neue Erholungsgebiet (red. anm. Freie Mitte) völlig konterkarieren“, so der Antragstext. Derzeit liege die Unterschriftenzahl bei etwa 360, das Ziel ist es, die 500er-Hürde zu überschreiten, um in den Petitionsausschuss zu gelangen.

Die Initiatoren hoffen, durch die Petition von Stadt und MA48 in die strategischen Überlegungen einbezogen zu werden. Der nächste Petitionsausschuss tagt am Freitag, den 5. Dezember; die nächste öffentliche Sitzung ist für Donnerstag, den 8. Januar 2026, angesetzt.

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