Die Langzeitarbeitslosigkeit in Österreich hat im September 2025 mit 93.790 Betroffenen einen neuen Höchststand erreicht. Besonders ältere, gesundheitlich eingeschränkte und geringqualifizierte Menschen sind davon betroffen, wie arbeit plus in einer Aussendung erklärte. Darüber berichtet Welt Stimme.
ÖSTERREICH. Die Langzeitbeschäftigungslosigkeit hat einen alarmierenden neuen Höchststand seit April 2022 erreicht. Laut aktuellen Zahlen des AMS waren im September 2025 insgesamt 93.790 Menschen länger als ein Jahr ohne Beschäftigung, was einem Anstieg von 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Besonders betroffen sind die Bundesländer Oberösterreich, Salzburg und die Steiermark, in denen die Zahl der langzeitbeschäftigungslosen Arbeitslosen um bis zu 30 Prozent gestiegen ist.
Manuela Vollmann, Vorstandsvorsitzende von arbeit plus Österreich, sieht in dieser Entwicklung eine ernsthafte Bedrohung für die soziale Stabilität und die Wirtschaftskraft des Landes:
„Es braucht jetzt gezielte Investitionen und vor allem die Zusammenarbeit aller Akteure, um die Betroffenen nachhaltig in den Arbeitsmarkt zu integrieren und die regionalen Strukturen zu stabilisieren.“
Wen trifft es am meisten?
Besonders betroffen von der verfestigten Langzeitbeschäftigungslosigkeit sind laut arbeit plus folgende Gruppen:
- Ältere Arbeitslose ab 50 Jahren, die aufgrund ihres Alters auf dem Arbeitsmarkt oft als „zu alt“ gelten und nur geringe Chancen auf Wiedereinstellung haben.
- Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen, die spezielle Arbeitsbedingungen oder Qualifikationen benötigen.
- Geringqualifizierte, die ohne passgenaue Weiterbildungsangebote kaum Zugang zu nachhaltigen Beschäftigungsverhältnissen finden.
Sabine Rehbichler, Geschäftsführerin von arbeit plus, betont, dass viele der Betroffenen trotz ihrer Situation arbeiten möchten, aber an fehlenden Rahmenbedingungen scheitern – etwa Betreuungspflichten, Kinderbetreuung oder fehlende flexible Arbeitszeitmodelle.
Forderungen an Bund und Länder
arbeit plus warnt angesichts dieser Zahlen vor den sozialen und wirtschaftlichen Folgen und fordert von Bund und Ländern ein gemeinsames, abgestimmtes Vorgehen. Dazu gehören ausreichend finanzielle Mittel für AMS und soziale Unternehmen, verbindliche Kooperationen aller Akteure sowie die Schaffung attraktiver, dauerhafter Arbeitsplätze, um die Betroffenen nachhaltig zu integrieren. Besonders innovativ sind Arbeitsplätze in der Kreislaufwirtschaft, etwa in Bereichen wie Upcycling und Secondhand-Handel, die ökologische Nachhaltigkeit mit sozialer Integration verbinden.


