Linzer Tankstellenbetreiber Stiglechner beantragt Insolvenz mit Passiva von 188 Millionen Euro

Dezember 5, 2025 13:28
Linzer Tankstellenbetreiber Stiglechner beantragt Insolvenz mit Passiva von 188 Millionen Euro

Die Julius Stiglechner GmbH und die Stiglechner Tankstellen GmbH haben heute Vormittag beim Landesgericht Linz zwei Sanierungsverfahren ohne Eigenverantwortung beantragt. Das Familienunternehmen betreibt in Österreich insgesamt 140 Tankstellen. Die Passiva belaufen sich auf 188 Millionen Euro – das Verfahren wurde heute Mittag eröffnet. Darüber berichtet Welt Stimme.

Sanierungsverfahren aufgrund finanzieller Schwierigkeiten

Gemäß den Angaben im Insolvenzantrag sind die zu geringen Margen aus dem Treibstoffverkauf, verursacht durch den Anstieg der Ölpreise, sowie die gestiegenen Finanzierungskosten durch den Zinsanstieg für die Insolvenz verantwortlich. Versuche zur Restrukturierung scheiterten an den finanzierenden Banken, die das Einstiegskonzept eines potenziellen Investors nicht unterstützten. Aufgrund der Fälligstellung von Bankkrediten besteht keine positive Fortbestehensprognose mehr, da die laufenden Kosten von beiden GmbH’s nicht mehr gedeckt werden konnten.

Betroffene Mitarbeiter und Gläubiger

Nach Informationen des Kreditschutzverbandes sind von den Insolvenzen 573 Mitarbeiter und 270 Gläubiger betroffen. Die Verbindlichkeiten der Julius Stiglechner GmbH belaufen sich auf etwa 166 Millionen Euro, während die der Stiglechner Tankstellen GmbH rund 22 Millionen Euro betragen. In beiden Verfahren wird den Gläubigern ein Sanierungsplan mit einer Quote von 20 Prozent angeboten, der eine Zahlungsfrist von zwei Jahren vorsieht.

Positive Reaktion auf die Insolvenz

„Die beiden Insolvenzverwalter müssen sich nun rasch einarbeiten und einen Überblick verschaffen, ob Schließungen nötig sind. Außerdem muss geprüft werden, ob ein Investor gefunden werden kann. Es ist jedenfalls positiv zu bewerten, dass beide Unternehmen nach Feststellung der Zahlungsunfähigkeit sofort gehandelt und die Insolvenz rechtzeitig beantragt haben“, erklärt Claudia Wögerbauer vom KSV 1870. Der Familienbetrieb hat alle Gehälter für November sowie das Weihnachtsgeld an seine Mitarbeiter ausgezahlt, nur die Gehälter für Dezember stehen derzeit noch aus.

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