Menschen geben mehr Geld für Rabatte bei Lebensmitteleinkäufen aus

September 22, 2026 16:24
Menschen geben mehr Geld für Rabatte bei Lebensmitteleinkäufen aus

Rabattwaren in Österreich auf dem Vormarsch

In Österreich fließt mittlerweile jeder dritte Euro, der für Lebensmittel ausgegeben wird, in Rabattwaren. Dies erklärte Christina Mutenthaler-Sipek, Marketingchefin der AMA, während einer Pressekonferenz am Dienstag.

Im ersten Halbjahr 2023 gaben die Österreicher 3,2 Prozent weniger Geld für Lebensmittel aus. Dies geht aus aktuellen Daten der AMA-Marketing hervor. In der Menge sank der Absatz um 4,6 Prozent, wobei Familien mit Kindern besonders auf ihr Budget achten. Der Anteil der Ausgaben für Aktionsware stieg von 33,4 auf 34,3 Prozent. Bei Fleisch und Wurst liegt der Anteil über 40 Prozent.

Mutenthaler-Sipek betonte, dass der Fokus auf Rabatten nicht nur der finanziellen Lage geschuldet sei, sondern auch einen bewussteren Einkauf widerspiegele. Verbraucher nutzen vermehrt unterschiedliche Supermärkte und reduzieren Spontankäufe. Hinzu kommt ein wachsendes Bewusstsein für Lebensmittelverschwendung, was auch den Handel dazu motiviert, Produkte im Angebot zu führen. Der Bio-Anteil im Lebensmittelhandel blieb mit 12,6 Prozent konstant hoch, was zeigt, dass Verbraucher trotz steigender Preise Wert auf gesunde Ernährung legen.

Klara Fichtenbauer von YouGov stellte eine Diskrepanz zwischen Preisbewusstsein und Genusswünschen fest. Die wirtschaftliche Krisensituation führe dazu, dass Einkäufe gezielter geplant werden. Micaela Schantl von der AMA-Marketing ergänzte, dass trotz gestiegener Preise auch die Suche nach Qualität eine Rolle spiele, um Einbußen bei der Lebensmittelqualität zu vermeiden.

Die Senkung der Mehrwertsteuer auf bestimmte Lebensmittel ab Juli ist in der aktuellen Erhebung noch nicht berücksichtigt. Auswirkungen auf das Kaufverhalten können daher noch nicht abgeschätzt werden.

Einordnung

Die steigenden Ausgaben für Rabattwaren verdeutlichen ein verändertes Einkaufsverhalten in Österreich, das als Reaktion auf steigende Lebenshaltungskosten wahrgenommen werden kann. Dies hat langfristige Folgen für Marktstrukturen und die Preisgestaltung im Lebensmitteleinzelhandel.

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