Blitzeblank hat sich auf Reinigungsarbeiten in sehr fordernden Bereichen spezialisiert. Darüber berichtet Welt Stimme.
GRAZ. Blitzeblank übernimmt Aufgaben, die vielen unangenehm sind. Das Unternehmen reinigt neben Privathaushalten und Arztpraxen auch Tatorte, Messiwohnungen und Fäkalien. Geschäftsführerin Michaela Schreck-Deon sprach in einem Business-Lunch über die Stabilität der Branche und die Herausforderungen, mit denen ihr Team konfrontiert ist.
- MeinBezirk: Das ist eine sehr spezielle Nische, in der Sie operieren, oder?
Michaela Schreck-Deon: Absolut. Diese Arbeiten sind nicht jedermanns Sache. Praktisch niemand möchte sie erledigen. In der Steiermark gibt es nur wenige Kollegen, die sich ebenfalls darauf spezialisiert haben und mit denen wir gut vernetzt sind. Besonders an Leichenfundorten ist die Sensibilität extrem hoch; hier tragen wir eine große Verantwortung. Wenn nicht sofort korrekt gereinigt, dekontaminiert und entsorgt wird, ist die Belastung für die Hinterbliebenen umso größer.
- Sind Ihre Teams dafür speziell geschult?
Ja, stets ist jemand dabei, der den Meisterkurs absolviert hat. Noch entscheidender ist jedoch die Menschenkenntnis: Nicht jeder ist für diese Arbeit geeignet. Jeder Mitarbeiter kann eigenständig entscheiden, ob er einen Tatort übernehmen möchte – auch vor Ort. Niemand wird zur Annahme gezwungen.
- Wie ist die Auftragsverteilung?
Unsere Hauptbereiche sind die Reinigung von Arztpraxen und Privathaushalten, einschließlich Unterhalts-, Fenster- und Büroreinigungen. Die Anfragen zu Tatorten, Messi- und Fäkalreinigungen nehmen jedoch deutlich zu. Auch Räumungen gehören mittlerweile zu unserem Angebot.
- Spüren Sie die wirtschaftlich schwierigen Zeiten?
Nein, unsere Auftragslage ist unabhängig von konjunkturellen Schwankungen. Obwohl wir preislich nicht die günstigsten sind, legen wir großen Wert auf Qualität. Bei Dienstleistungen, die mit Fäkalien, Bakterien oder Seuchengefahr verbunden sind, darf nicht gespart werden. Ich arbeite selbst aktiv mit und kenne die Leistungen unseres Teams genau.
- Die Reinigungsbranche ist stark männlich geprägt. Wie ist das für Sie als Frau in der Geschäftsführung?
Es war ein steiniger Weg. Viele erwarten in der Reinigung eine Frau, aber in der Führung bevorzugt man einen Mann. Besonders in den ersten Jahren wurde häufig gefragt, ob es keinen männlichen Ansprechpartner gibt. Auch heute sind viele überrascht, wenn sie erfahren, dass sie mit der Chefin sprechen.
- Wie wählen Sie Ihr Personal aus?
Sehr sorgfältig. Täglich erhalten wir zahlreiche Bewerbungen. Uns interessieren vorangegangene Anstellungen, Qualifikationen und Weiterbildungen. Wenn die Grundlagen nicht stimmen, hat man bei uns keine Chance. Wir setzen unserer Belegschaft keinen Zeitdruck aus und möchten sie langfristig im Unternehmen halten. Qualität hat für uns Vorrang vor Schnelligkeit.
- Wie würden Sie Ihren Führungsstil beschreiben?
Offen und familiär, aber mit klarer Trennung zwischen Beruflichem und Privatem. Alle können Verbesserungsvorschläge einbringen und Probleme ansprechen, ohne dass sie nicht ernst genommen werden. Wir sind auch außerhalb der Bürozeiten erreichbar. Unsere Mitarbeiter sind keine Nummern.
- Gibt es Einsätze, die Ihnen besonders in Erinnerung geblieben sind?
Ja, natürlich. Jeder erste Tatort bleibt unvergesslich. Auch andere Einsätze, wie im BORG Dreierschützengasse, sind nachhaltig im Gedächtnis. Während der Arbeit muss man aber funktionieren und ausblenden – andernfalls würde es einen auf Dauer zerfressen.
Zur Person: Michaela Schreck-Deon
Michaela Schreck-Deon war stets sportbegeistert. Noch vor ihrer Matura in Kindberg half sie als Volontär bei den Olympischen Spielen in Salt Lake City. Danach begann sie ein Jus-Studium, das sie jedoch abbrach. In die Reinigungsbranche kam sie zufällig. 2016 gründete sie sich als Hausbetreuerin und übernahm die Reinigung von Privathaushalten. Schreck-Deon absolvierte anschließend ihre Meisterprüfung sowie weitere Fortbildungen und erweiterte so schrittweise ihr Tätigkeitsfeld.


