Neues Stadtquartier am Hauptbahnhof Waidhofen/Ybbs: ÖBB und Stadt starten nachhaltige Entwicklung

Jänner 27, 2026 10:18
Neues Stadtquartier am Hauptbahnhof Waidhofen/Ybbs: ÖBB und Stadt starten nachhaltige Entwicklung

Die Entwicklung eines neuen Stadtquartiers am Hauptbahnhof von Waidhofen an der Ybbs wurde durch einen städtebaulichen Vertrag zwischen den ÖBB und der Stadt Waidhofen offiziell eingeleitet. Auf dem ehemaligen Bahnareal entsteht ein nachhaltiges Quartier in zentraler Lage mit optimaler Anbindung an den öffentlichen Verkehr.

WAIDHOFEN/YBBS. Mit der Unterzeichnung des städtebaulichen Vertrags ist der Startschuss für eines der bedeutendsten Stadtentwicklungsprojekte der kommenden Jahre gefallen. Auf dem Areal der Ybbstalbahn entsteht ein hochwertiges Stadtquartier, das sich in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof und nur etwa einen Kilometer vom historischen Stadtzentrum befindet. Darüber berichtet Welt Stimme.

Der Standort bietet ideale Mobilitätsvorteile und setzt einen starken Impuls für nachhaltige Stadtentwicklung. Durch die Entwicklung des ehemaligen Bahnareals nutzen die ÖBB bestehende stadtnahe Potenziale, ohne neue Flächen zu beanspruchen.

Ein Areal mit Zukunftspotenzial

Nach der Einstellung des Schmalspurbahnbetriebs und der wesentlichen Redimensionierung des Citybahn-Bereichs ist eine rund 6.000 m² große Fläche frei geworden, die eine klar definierte und gut an den öffentlichen Verkehr angebundene Entwicklungschance bietet. Vorgesehen ist eine Mischnutzung, die Büro- und Dienstleistungsflächen, Co-Working-Bereiche, Werkstätten und öffentliche Nutzungen umfasst. Auch Wohnraum in den oberen Geschossen sowie ergänzende Angebote im Gesundheitsbereich sind denkbar.

Insgesamt wird eine Bruttogeschoßfläche von rund 17.200 m² geschaffen. Die ÖBB planen, die Fläche ab etwa 2027/2028 im Baurecht zu vergeben und gemeinsam mit dem zukünftigen Baurechtsnehmer weiterzuentwickeln.
„Mit diesem Projekt schaffen wir nicht nur Platz für ein neues Stadtquartier, sondern setzen ein starkes Zeichen für nachhaltige Stadtentwicklung. Die Nachnutzung vorhandener Bahnflächen zeigt, wie Mobilität, Klimaschutz und urbane Qualität Hand in Hand gehen können“, erklärte Silvia Angelo, Vorständin der ÖBB-Infrastruktur AG.

Starke Mobilitätsvorteile und zentrale Lage

Der Standort bietet durch seine direkte Lage am Bahnhof und die schnelle Verbindung zur Bezirkshauptstadt Amstetten sowie zur Weststrecke bedeutende Vorteile. Die Fahrzeit zur Bezirkshauptstadt beträgt rund 24 Minuten und ist damit kürzer als die Fahrt mit dem Auto. Für die Stadtentwicklung spielt dieses Projekt eine zentrale Rolle im gesamtstädtischen Masterplan „Stadtprojekt 2.0“, der eine umfassende städtebauliche Aufwertung des gesamten Bahnhofsareals vorsieht.
„Dass die ÖBB den Standort gemeinsam mit uns weiterentwickeln, ist ein starkes Signal. Waidhofen wird als ein guter Ort für nachhaltige Stadtentwicklungsprojekte und als verlässlicher Partner wahrgenommen“, betonte Bürgermeister Werner Krammer.

Städtebaulicher Vertrag als Garant für Qualität

Ein wichtiger Meilenstein wurde im Dezember mit dem Beschluss des städtebaulichen Vertrags erreicht. Dieser bildet die Grundlage für die Umwidmung und dient als zentrales Qualitätssicherungsinstrument. Der etwa 40-seitige „Waidhofener Vertrag“ definiert einen verbindlichen Masterplan, die verpflichtende Errichtung eines Radschnellwegs über das Projektareal sowie die Durchführung eines Architekturwettbewerbs. Die Qualität der Ergebnisse wird durch einen Qualitätenkatalog, die gemeinsame Jury von Stadt und ÖBB sowie die Begleitung durch den Stadtbaubeirat gesichert.

Zeitplan und Einbettung

Die im Dezember 2025 abgeschlossene Machbarkeitsstudie zeigt den optimalen Nutzungsmix, die bauliche Konzeption sowie die erforderlichen Freimachungsmaßnahmen. Im Frühjahr 2026 wird das Umwidmungsverfahren eingeleitet, dessen Abschluss für Herbst 2026 vorgesehen ist. Anschließend startet die öffentliche Ausschreibung der Entwicklungsfläche. Die bauliche Umsetzung des neuen Stadtquartiers ist ab dem Jahr 2030 realistisch.
Das Projekt ist Teil der österreichweiten Stadtentwicklungsstrategie der ÖBB. Neben Wien entstehen auch in Krems, Linz, Villach und Wiener Neustadt neue, nachhaltige Quartiere auf ehemaligen Bahnarealen. Mit dem Projekt in Waidhofen an der Ybbs setzen die ÖBB diesen Ansatz konsequent fort.

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