Norwegen nutzt Wasserkraft und Gas für die Energiewende, zeigt Oberösterreichs Delegation

September 9, 2025 17:52
Norwegen nutzt Wasserkraft und Gas für die Energiewende, zeigt Oberösterreichs Delegation

Norwegen elektrifiziert, was das Zeug hält. Finanziert wird das vorwiegend mit Geld aus Gas-Geschäften, ermöglicht aber auch durch das Vorhandensein großer Wasserkraft-Potenziale.

OSLO. Norwegen hat finanzielle Mittel, die überwiegend aus dem Handel mit fossilen Energieträgern wie Erdgas stammen. Gleichzeitig profitiert das Skandinavische Land von einem hohen Wasserkraft-Potenzial und nutzt dieses aktiv. Der Strom war hier schon immer günstig. Daher erstaunt es nicht, dass E-Autos seit geraumer Zeit einen hohen Anteil an Neuzulassungen ausmachen und die Elektrifizierung des öffentlichen Verkehrs von der Bevölkerung gut aufgenommen wird. Darüber berichtet Welt Stimme.

„Das Labor der Energiewende“

„Norwegen ist das Labor der Energiewende. Hier werden Dinge ausprobiert, die sich kein anderer Staat leisten kann“, erklärte Energie-Landesrat Markus Achleitner (ÖVP) während seines Besuchs in Oslo. Er und sein Kollege, Verkehrs-Landesrat Günther Steinkellner (FPÖ), besuchten zusammen mit einer Experten-Delegation aus Oberösterreich die fast vollständig elektrifizierte batteriebetriebene Linienbus-Flotte der Verkehrsbetriebe Ruter AS. Laut Steinkellner sei es wertvoll, sich hier über mögliche Probleme und Herausforderungen zu informieren. „Die Finanzierung könnte jedoch eine der größten Schwierigkeiten für uns darstellen“, räumte er ein. „In unserem Budget ist so etwas nicht darstellbar.“

Baustellen ohne Diesel

Eine weitere Herausforderung könnte die Forderung der norwegischen Umweltbehörde nach emissionsfreien Baustellen bei Projekten der öffentlichen Hand sein. Diese Anforderung könnte die Kosten eines Bauvorhabens um bis zu 30 Prozent erhöhen, wie die Delegation beim Bauunternehmen Skanska in Oslo erfuhr. Solche umfassenden Bestrebungen, fossile Energieträger aus dem Alltag zu verbannen, erfordern jedoch nicht nur finanzielle Mittel, sondern auch einen konstanten und hohen Anteil an erneuerbaren Energien. Während Oberösterreich auch über solch ein Potenzial verfügt, betonte Achleitner, dass es an Speichermöglichkeiten mangelt, um die Grundlastfähigkeit sicherzustellen.

Positive Handelsbilanz

Die Elektrifizierung ist insbesondere in der Logistik von Bedeutung: ASKO, Norwegens führender Lebensmittelgroßhändler, betreibt bereits rund 700 Lkw und plant, bis 2026 alle Fahrzeuge elektrisch zu betreiben. Der benötigte Strom stammt unter anderem von sieben eigenen Windkraftanlagen und einer Photovoltaikanlage von 100.000 Quadratmetern. Dabei setzt das Unternehmen auch auf oberösterreichische Technologie von TGW. Der Handel zwischen Österreich und Norwegen ist bedeutsam, mit österreichischen Exporten im Wert von rund 570 Millionen Euro und Importen im Wert von 516 Millionen Euro, was eine positive Handelsbilanz zur Folge hat. Die Exporte bestehen hauptsächlich aus Maschinen, Geräten, Eisen und Stahl sowie elektrotechnischen Komponenten.

Begleitet von Steinkellner und Achleitner waren unter anderem auch der Geschäftsführer von Upper Austrian Research, Wilfried Enzenhofer, der Geschäftsführer der FH OÖ, Michael Rabl, der Direktor der Wirtschaftskammer OÖ, Gerald Silberhumer, der Geschäftsführer des Energieinstituts an der JKU, Robert Tichler, sowie Doppler Holding-CEO Bernd Zierhut und Marketing-Experte und Unternehmer Peter Weixelbaumer, der für das Marketing der neuen Digitaluni IT:U verantwortlich ist, in Oslo.

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